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macOS: Apple sägt Network Kernel Extensions ab

Network Kernel Extensions gelten schon bald als veraltet, teilte Apple beiläufig mit, Entwickler sollten ihre Projekte umgehend anpassen. Die Änderung betrifft auch beliebte Mac-Tools.

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TripMode

Beliebte Programme wie TripMode setzen auf Network Kernel Extensions.

(Bild: Entwickler)

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Apple will Network Kernel Extensions abschaffen: Diese gelten schon bald als veraltet (“deprecated”), wie das Unternehmen auf der Entwicklerkonferenz WWDC in einer Session zu Netzwerkneuerungen mitteilte. Entwickler, die diese Programmierschnittstelle nutzen, sollten “sofort” damit beginnen, ihre Projekte auf Apples NetworkExtension-Framework umzuziehen. Apple hat Entwicklern darum gebeten, Verbessungsvorschläge einzureichen, falls dieses Framework ihren Anwendungsfall nicht abdeckt.

Das NetworkExtension-Framework gilt derzeit nicht als vollwertiger Ersatz für Network Kernel Extensions. So sind beispielsweise Firewalls und Netzwerküberwacher damit im Moment nicht in der Lage, Netzwerkverbindungen von anderen Prozessen zu kontrollieren respektive zu blockieren: Apples Framework sei für Apps wie TripMode beispielsweise zu eingeschränkt, führt einer der Entwickler in Apples Dev-Forum an. TripMode erlaubt es, nur bestimmten Apps Netzwerkzugriff zu genehmigen, wenn der Mac Daten über das Mobilfunknetz bezieht, etwa über ein iPhone.

Welche Auswirkungen das geplante Ende der Network Kernel Extensions auf andere populäre Apps wie den Kontrolleur für ausgehende Netzwerkverbindungen Little Snitch und ähnliche Netzwerk-Tools hat, bleibt abzuwarten. Möglicherweise erweitert Apple das NetworkExtension-Framework noch um die benötigten Anwendungsszenarien, konkrete Ankündigungen gibt es bislang nicht.

Die Ankündigung über das Ende der Network Kernel Extensions erfolgte im Rahmen einer Präsentation zu Neuerungen in iOS 11 (sowie watchOS 4 und tvOS 11). Apple verlagert die Transportebene für Netzwerkverbindungen künftig vom Kernel in den Userspace. Das führe zu einer Leistungsverbesserung sowie geringeren Prozessorauslastung und könne dadurch die iPhone-Akkulaufzeit verlängern, so ein Apple-Mitarbeiter.

Die Network Kernel Extensions für macOS setzen auf altgediente BSD Sockets und seien so ein “großer Stolperstein” dafür, das Userspace-Networking auch auf den Mac zu bringen, erklärte ein Mitglied von Apples technischem Support.

macOS 10.13 High Sierra blockiert Kernel Extensions (Kexts) von Dritt-Entwickler zum ersten Mal standardmäßig. Nutzer müssen jeder Kext-Installation einzeln – und relativ umständlich – zustimmen. (lbe)