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macOS Sierra: Neue iCloud-Integration mit Fallstricken

Wer Schreibtisch und Dokumente-Ordner in iCloud auslagert, sieht unter Umständen seine Dateien vom Mac verschwinden. Die automatische Optimierung des Speicherplatzes kann Dateien auch bei aktiver Verwendung entfernen, berichten Nutzer.

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Wird dies aktiviert, nimmt macOS Sierra auch die Löschautomatik in Betrieb.

Die neue macOS-Version 10.12 Sierra bietet nach der Installation an, die Dateien aus den Ordnern “Dokumente” und “Schreibtisch” in iCloud Drive zu speichern, damit diese anschließend auf allen Macs (und iOS-Geräten) verfügbar sind. Wird die Synchronisation von Dokumente und Schreibtisch auf weiteren Macs aktiviert, verschwinden die Dateien in diesen Ordnern plötzlich, wie Nutzer erschreckt berichten – und werden durch die Dateien des ersten Macs ersetzt, auf dem die neue iCloud-Drive-Funktion zuerst aktiviert wurde.

Dabei gehen allerdings keine Daten verloren: macOS Sierra verschiebt die Dateien nämlich kurzerhand in einen Unterordner, der zusätzlich den Namen des jeweiligen Macs trägt und ebenfalls über iCloud Drive mit synchronisiert wird.

Beim Aktivieren der Verlagerung von Dokumente und Schreibtisch in iCloud Drive wird zudem – ohne Hinweis – eine weitere neue Funktion von macOS Sierra aktiviert, die eine automatische Optimierung des Speicherplatzes durchführt. Wird dieser knapp, löscht das System ältere Daten eigenhändig vom Gerät, die bereits in iCloud gesichert sind – dies können ebenso Filme aus dem iTunes Store wie Fotos aber auch Dateien und Dokumente sein.

Diese Löschautomatik scheint jedoch nicht immer zuverlässig zu funktionieren: Sierra habe eine große Audio-Datei vom Schreibtisch entfernt, während er diese aktiv mit Apples Logic Pro X bearbeitete, schreibt Jason Snell, der ehemalige Chefredakteur des Magazins Macworld. Die Automatik habe den Löschvorgang zudem vorgenommen, ohne dass der Speicherplatz tatsächlich knapp gewesen sei.

Nutzer können die Optimierung in den Einstellungen für iCloud unter “iCloud Drive” nach dem Anklicken von “Optionen” ganz unten im Fenster abschalten (“Mac-Speicher optimieren” enthaken). Die Synchronisation von Dateien aus Schreibtisch und dem Ordner Dokumente lässt sich davon unabhängig auch fortführen.

Eine weitere Änderung: Bislang hat iCloud Drive sämtliche Dateien stets automatisch auf allen angebundenen Geräten heruntergeladen, dies ist in macOS Sierra nicht mehr zwangsläufig der Fall: Nutzer müssen diese bei Bedarf also unter Umständen erst manuell herunterladen, dies setzt natürlich eine schnelle Internetverbindung voraus. Wurde ein Dokument vom System entfernt, stets es – bei fehlendem Netzzugang – möglicherweise plötzlich nicht mehr zu Verfügung. (lbe)