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Ausprobiert: 3D Simo Mini 2 – Multitool für heiße Werkzeuge

Hintergrund

(Bild: Sebastian Moock)

Der 3D Simo Mini 2 ist mehr als ein weiterer 3D-Druckstift – dank Wechselköpfen kann man damit auch einbrennen, löten und Schaumstoff schneiden.

Den 3D Simo Mini kann man nicht nur als 3D-Druckstift, sondern auch zum Löten, Einbrennen und Schneiden von Styropor und Schaumgummi verwenden. Durch ein einfaches Steck-System sind die Werkzeugköpfe schnell gewechselt. Dieser Wechsel benötigt am Anfang etwas Kraft, da die Kontakte noch alle neu sind. Nach einiger Zeit wird der Austausch aber immer einfacher.

Akku oder USB

Das Gerät bekommt Energie entweder über Kabel oder aus einem Akku. Für den Kabelanschluss sitzt eine Mini-USB-Buchse in der Mitte des Stiftes. Der USB-Adapter samt Kabel liegen bei; letzteres bietet mit 1,5 Metern Länge genügend Bewegungsfreiheit am Arbeitsplatz. Wer es noch flexibler mag und vielleicht auch unterwegs mit dem Multitool arbeiten will, kann den optionalen Akku 3D Simo Power Pack als Zubehör kaufen. Den Akku bringt man über ein Magnetsystem auf der Außenseite an. Die Magnete sind sehr stark und sichern den Halt zuverlässig. Der Akku hält zwischen einer und zwei Stunden, je nach Nutzung des jeweiligen Werkzeuges.

App steuert Stift

Die zugehörige App für Android [1] und iOS [2] verbindet sich über Bluetooth mit dem Stift. Automatisch wird die aktuell genutzte Werkzeugspitze erkannt; danach kann man alle passenden Einstellungen laden, beim 3D-Stift etwa, welches Material man verarbeiten will und in welcher Geschwindigkeit. Außerdem bekommt man die aktuelle Echtzeit-Temperatur angezeigt. Durch Kombination mit der App erschließt sich allmählich auch die Bedeutung der Anzeigen auf dem Display – die erklärt das beiliegende Mini-Manual leider nicht vollständig. Unseren Testgerät lag die nur auf englisch bei, das deutsche Handbuch [3] gibt es allerdings als PDF.

3D-Multitool im Test: 3D Simo Mini 2 (0 Bilder) [4]

[5]

3D-Druck-Stift

Als 3D-Stift richtet sich das Werkzeug an Hobby-Bastler und Kreative, die schnell einen dreidimensionalen Prototyp bauen wollen. Da im Unterschied zum 3D-Drucker keine Software verwendet werden muss, ist die Handhabung sehr einfach und es werden sofortige Ergebnisse sichtbar. Für Arbeiten mit größeren Flächen ist der 3D Simo Mini 2 [6] als 3D-Druckstift jedoch nicht geeignet, da dies sehr zeitintensiv ist und viel Material verbraucht wird.

Wie eine Heißklebepistole zieht auch der Stift sehr viele feine Fäden. Daher lohnt es sich, parallel eine Schere zur Hand zu haben oder am Ende die Oberfläche mit dem spatelförmigen Brenn-Einsatz zu glätten. In diesem Fall spielt der 3D Simo Mini 2 seine Vorteile als Multitool mit Wechselspitzen aus. Bei erneutem Kontakt mit der Extruderdüse wird das Material schnell wieder flexibel und weich, was auch nachträglich noch einfache und schnelle Korrekturen erlaubt.

Das Material in der Standardstärke 1,75 mm ist schnell gewechselt und der Druckstift ist nach einer halben Minute auf Betriebstemperatur. Der 3D-Druckstift hat eine gute Umsetzungsgeschwindigkeit, dadurch ist ein flüssiges Arbeiten gewährleistet. Für seine eigenen Materialien bietet der Hersteller in der App vorgefertigte Profile für Druckeinstellungen; im Test ließ sich aber auch PLA-Draht anderer Lieferanten gut verarbeiten.

Aus dem Make-Testlabor

Die Make-Redaktion probiert viel mehr aus, als ins alle zwei Monate erscheinende Heft passt. Deshalb veröffentlichen wir auf unserer Webseite in loser Folge weitere Testberichte.

Brennen, Löten, Schaum schneiden

Mit dem Brenntool kann man Muster oder Zeichnungen einfach in Leder, Holz oder andere Materialien einbrennen. Erst nach Drücken auf den Button wird das Tool heiß und kühlt auch sehr schnell wieder ab, wodurch die Gefahr einer Verbrennung minimiert wird. Das gleiche gilt auch für die Lötkolben-Funktion. Die eignet sich eher als Behelf – wer eine größere Platine bestücken will, nimmt dazu besser eine echte Lötstation. Aber um mal zwischendrin eine gebrochene Lötstelle zu reparieren, reicht die Power des 3D Simo durchaus.

Mitgeliefert wird auch ein Draht, den man oben und unten an einem Bügel befestigt – fertig ist die Styroporsäge, mit der man auch Moosgummi und weitere Schaumstoff-Materialien leicht und perfekt schneiden kann. Dabei sollte man auf die Geruchsentwicklung achten und diese Arbeit nicht in geschlossenen Räumen vornehmen.

Fazit

Die Anschaffung des 3D Simo Mini 2 ist mit etwa 120 Euro zwar kein Schnäppchen lohnt sich aber vor allem dann, wenn man wirklich alle Funktionen des Multitools nutzt – insbesondere unterwegs, wobei der optionale Akku nochmal 40 Euro extra kostet. Wem die Ideen fehlen, womit man das schicke Werkzeug ausreizen kann, bekommt Vorlagen für einige Projekte [8] gratis auf der Webseite und für 30 Euro ein Doppelpack Bücher mit Vorlagen und Projektbeschreibungen vom nachleuchtenden T-Rex-Skelett bis zum Miniflieger.


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[1] https://play.google.com/store/apps/details?id=damidevelopment.app3dsimo
[2] https://itunes.apple.com/us/app/3dsimo-app/id1124378221
[3] https://3dsimo.com/content/5-support/1-getting-started/de.pdf
[4] https://www.heise.de/make/bilderstrecke/bilderstrecke_4133282.html?back=4128906
[5] https://www.heise.de/make/bilderstrecke/bilderstrecke_4133282.html?back=4128906
[6] https://3dsimo.com/
[7] https://www.heise.de/make/artikel/Kurztests-2772998.html
[8] https://3dsimo.com/templates