3D-Druck macht Schule: Druckzeitspender gesucht

Das Non-Profit-Projekt für einen 499-Euro-3D-Drucker für Schulen sucht freiwillige Helfer, die Zusatzteile für den Bausatz auf ihren eigenen Maschinen fertigen.

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(Bild: nikkytok/Shutterstock.com )

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Speziell für Schulen hat das Tutolino Educational Network mit seiner Initiative "3D Druck macht Schule" einen 3D-Drucker-Bausatz für 499 Euro entwickelt – Make ist als Partner mit im Boot und berichtete in der Vergangenheit bereits mehrmals darüber. Um den Preis für den Bausatz unter der magischen Grenze von 500 Euro halten zu können, ab der die meisten Schulen in vielen Bundesländer einen Antrag bei der nächst höheren Instanz stellen müssen oder eine Ausschreibung verpflichtend wird, ist der Bausatz ein Non-Profit-Projekt, der nur mit Hilfe von Sponsoren und ehrenamtlichen Helfern produziert werden kann.

Wenn Sie selber einen 3D-Drucker mit einem Bauraum von mindestens 20cm in allen drei Dimensionen besitzen und sich am Projekt beteiligen und damit einer Schule zum eigenen 3D-Drucker verhelfen wollen, ist jetzt die Gelegenheit dazu: Denn jeder Bausatz enthält etliche Teile, die selbst auf einem 3D-Drucker produziert werden müssen – insgesamt kommen da pro Maschine etwa 200 Druckstunden zusammen. Wenn Sie bereit sind, dem Projekt diese Arbeitszeit Ihres eigenen Druckers zu spenden, freuen wir uns! [Update 20.01.2020, 15:01: Bauraumgröße ergänzt]

Screenshot aus der Aufbauanleitung des Druckers: Alle rot dargestellten Teile kommen aus dem 3D-Drucker ...

(Bild: tutolino.net)

Melden Sie sich einfach über das Kontaktformular auf der tutolino-Webseite beim Projekt. Dann bekommen Sie die Dateien der Druckvorlagen sowie eine Rolle mit 2,5 kg PLA vom Projektpartner 3dk.berlin zugeschickt. Alle Teile eines Druckbausatzes benötigen zusammen etwa 1,8 kg Material, was übrig bleibt, behalten Sie einfach. Nach Ende des Druck bekommen Sie einen Link zu einem Retouretikett für den Versand gemailt. Sie verpacken dann die Teile und schicken sie kostenfrei an das Projekt zurück.

[Update 27.01.2020, 17:36] Mittlerweile haben sich über 300 Druckzeitspender gemeldet, die das Projekt durch den Einsatz ihrer eigenen Maschine aktiv unterstützen wollen. Das freut uns natürlich sehr und im Namen des Projekts bedanken wir uns ganz herzlich bei allen für die Bereitschaft zum Mitmachen!

"3D-Druck macht Schule" ist ein vom Berliner Filamenthersteller 3dk.berlin gefördertes und von einigen seiner Mitarbeiter initiiertes Projekt, einen 3D-Drucker-Bausatz für Schulen auf den Markt zu bringen. Der ist für 499 Euro über die Webseite tutolino.net zu beziehen (und zwar ausschließlich für Schulen). Der Bausatz enthält den kompletten Teilesatz für den Bau des Druckers samt 3D-gedruckten Zusatzteilen, Gehäuse mit Luftfilter, Notaus-Schalter und abschließbarer Tür. Wer sich vorab schon mal eine Übersicht verschaffen will, wie der Aufbau genau abläuft, findet auf der tutolino-Webseite die ausführliche Bauanleitung zum Download.

... und auch beim geschlossenen Gehäuse werden etliche Teile zusätzlich benötigt (hier hellgrau), bei deren Produktion jeder ehrenamtlich mithelfen kann, der selbst einen 3D-Drucker besitzt.

(Bild: 3dk.berlin)

3D-Druck

Der Sammelbegriff 3D-Druck steht heute für ein ganzes Bündel von Fertigungstechniken, die nach unterschiedlichen Prinzipien funktionieren und sich jeweils nur für ganz bestimmte Materialien eignen. Ihr gemeinsamer Nenner: Alle Verfahren bauen dreidimensionale Objekte, indem sie Material in dünnen Schichten auftragen und verfestigen.

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Basis der Konstruktion ist der günstige, aber in seiner Originalform keineswegs empfehlenswerte 3D-Druckerbausatz Anet A8, den die Initiatoren des Projekts – angeregt durch die Artikelserie zum Tuning des Anet A8 in den Make-Ausgaben 1/18 bis 3/18 – verbessert und vor allem sicher gemacht haben. Dass das funktioniert, wurde im Herbst vergangenen Jahres klar, als alle im Berliner Carl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasium betriebenen Bausatzdrucker des Projekts nach Einzelprüfung das Prüfsiegel nach DGUV V3 (Elektrische Anlagen und Betriebsmittel) bekamen.

Beim Projekt "3D-Druck macht Schule", das von Make als Partner unterstützt wird, steht von Anfang an das Selbermachen im Vordergrund – so bekommen interessierte Schulen nicht einen fertigen Drucker hingestellt, sondern die Schülerinnen und Schüler montieren ihre digitalen Fertigungsmaschinen selbst und lernen die Geräte so bis zur letzten Schraube kennen. Das lässt sich den ersten Erfahrungen nach von zwei Schülern pro Drucker in einer AG mit wöchentlich 90 Minuten innerhalb eines Schulhalbjahres gut schaffen.

Das Projekt plant Wochenend-Workshops, um Multiplikatoren unter den Lehrerinnen und Lehrern auszubilden, die weitere Lehrkräfte für die Begleitung solcher AGs schulen. Wer daran Interesse hat, nimmt ebenfalls über die tutolino-Webseite Kontakt auf. Das Ziel dabei: Rund um das Projekt "3D-Druck macht Schule" soll schrittweise ein echtes education network entstehen, wie der Untertitel der Webseite jetzt schon lautet – eine Vernetzungsplattform für alle, denen es am Herzen liegt, Maker-Themen in die Schule zu bringen. (pek)