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3D-Drucker aus dem Köfferchen bei Kickstarter

Mit den Projekten "Focus" und dem "TeeBot" suchen gleich zwei zusammenklappbare und leicht transportable 3D-Drucker aus den Niederlanden nach Finanziers auf der Crowdfunding-Plattform Kickstarter.

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Crowdfunding: Portable 3D-Drucker bei Kickstarter

Der Focus wiegt sieben Kilo und ist laut Herstellern in zwei Minuten betriebsbereit.

(Bild: 3D By Flow)

Auf Kickstarter suchen derzeit zwei Projekte nach Unterstützern für tragbare 3D-Drucker, die sich aus aufgeklappten Koffern entfalten: Während der TeeBot als Bastler-Gerät mit Open-Source-Ausrichtung sein Finanzierungsziel in Höhe von 5000 Euro bereits erreicht hat, konnte der schnieker daherkommende Focus erst knapp 15.000 der gewünschten 50.000 Euro einsammeln – 20 Tage bleiben noch, um das gesteckte Ziel der Kampagne zu erreichen.

Eine Idee, zwei Ansätze

Für das Konzept, einen transportablen 3D-Drucker in einem Koffer unterzubringen, verfolgen die Projekte unterschiedliche Ansätze. Der Focus von 3D By Flow wiegt sieben Kilogramm und ist in einem weißen Koffer im Retro-Look untergebracht, dessen Deckel sich abnehmen lässt. Der Boden dient als Standfuß und gleichzeitig als austauschbares, beheizbares Druckbett mit integriertem Display. Der Druckarm wird nach dem Öffnen des Koffers nach oben geklappt und der Druckkopf in eine Magnethalterung eingesetzt. Laut den Entwicklern soll der Aufbau nur 20 Sekunden dauern und der Focus in zwei Minuten druckbereit sein.

Über eine SD-Karte überträgt man fertig vorbereitete Druckdateien auf das Gerät, ohne dass ein Rechner angeschlossen sein muss. Eine Kalibrierung vor dem Druck soll nicht notwendig sein. Der Hersteller 3D By Flow hat drei unterschiedliche Druckköpfe entwickelt, die Objekte aus Kunststoffdraht (Filament), Pasten oder Granulat erzeugen. Ersteres ist bei FDM-Druckern Standard, zweiteres sieht man schon gelegentlich als Demonstration (etwa auf Messeständen des polnischen 3D-Drucker-Herstellers Zmorph), letzeres ist derzeit noch exotisch, aber vielversprechend – Granulatdruck könnte die Bandbreite der verwendbaren Materialien deutlich erweitern. Mitgeliefert wird lediglich der konventionelle Extruder für Filament; die beiden sollen später separat bestellt werden können. Dem Hersteller zufolge druckt der Focus ABS, PLA, holzhaltiges Material, Bio-Gummi, Nylon, Kunststoff mit eingebettetem Bronzepulver, Silikon und Keramik.

3D By Flow hat zu Testzwecken bereits 20 Focus-Geräte produziert. Nach Abschluss der Kickstarter-Kampagne soll die Produktion in den Niederlanden anlaufen. Für die Zukunft plant das Unternehmen außerdem einen Druckkopf für Nahrungsmittel (ob Essen aus dem 3D-Drucker eine gute Idee ist, daran hat allerdings zumindest die Make-Redaktion ihre Zweifel). Der Focus kann aktuell für 1995 Euro über Kickstarter vorbestellt werden. Die Auslieferung soll im Oktober 2015 erfolgen.

Open Source und faltbar

Der TeeBot ist als DIY-Kit für 400 Euro erhältlich und soll ab August 2015 ausgeliefert werden.

(Bild:  3DstuffsNL)

Ebenfalls in einem Koffer findet der TeeBot von 3DstuffsNL seinen Platz. Der Nachfolger des faltbaren TeeBotMax ist handlicher als sein Vorgänger und kann mit wenigen Handgriffen zusammengebaut werden. Nach dem Öffnen des Koffers müssen zunächst vier Halterungsschrauben gelöst werden. Die verwendeten Teile und die Software des TeeBot stehen laut Hersteller unter einer Open-Source-Lizenz. So sollen Bastler eigene Druckköpfe und Erweiterungen für spezielle Anwendungen entwickeln können.

Der TeeBot-Koffer misst 34 × 46 × 15 Zentimeter und bringt 7,5 Kilogramm auf die Waage. Als Druckkopf kommt das Ganzmetall-Hotend Lite6 vom britischen Anbieter E3D zum Einsatz, das mit thermoplastischen Kunststoffen wie ABS und PLA zurechtkommt.

Der TeeBot fällt im Vergleich zum Focus sehr viel preiswerter aus: Für 400 Euro bekommen Vorbesteller einen Bausatz, für 500 Euro ein fertig montiertes Gerät. Die Auslieferung beider Early-Bird-Angebote soll im August 2015 bginnen. (Denise Bergert) / (vbr)