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3D-Drucker von Autodesk wird Open Hardware

Bei seiner Hausmesse Autodesk University in Darmstadt hatte Autodesk einen Prototyp des selbst entwickelten 3D-Druckers dabei und kündigte an, dessen Design unter einer Open-Hardware-Lizenz für den Nachbau zu veröffentlichen.

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Im Mai hatte der CAD-Software-Spezialist Autodesk angekündigt, selbst einen 3D-Drucker entwickeln und verkaufen zu wollen – das erste Hardware-Produkt in der Firmengeschichte. Bei der deutschen Ausgabe der Hausmesse Autodesk University in Darmstadt konnten Journalisten jetzt einen Blick auf den Prototypen des Drucker werfen. Die Maschine lief zwar nicht live, aber Autodesk hatte einige Probestücke dabei, die einen Vorgeschmack auf die Druckqualität der fertigen Maschine geben.

Das Gerät arbeitet nach dem Stereolithografie-Prinzip, bei dem UV-Licht ein flüssiges, lichtempfindliches Kunstharz schichtweise verfestigt. Beim Autodesk-Drucker ist ein Beamer eingebaut, der jeweils eine komplette Schicht auf einmal belichtet – viele andere Stereolithografie-Maschinen zeichnen hingegen jede Schicht mit einem punktförmigen UV-Laser nach, was länger dauert.

Autodesks 3D-Drucker (4 Bilder)

Ausstellungsstück

Bei der Autdesk-University gab es den Prototypen des 3D-Druckers von Autodesk zwar nicht für alle Besucher zu sehen, die Presse durfte jedoch einen Blick darauf (und auch hinein) werfen.

Unter dem Steuerungsdisplay an der Vorderseite erkennt man einen Speicherkartenschlitz und zwei USB-Ports – über den einen schlägt man die Brücke zu einem Rechner, der andere ist offenbar für USB-Sticks mit Druckdaten gedacht. Auf der Rückseite befindet sich ein Ethernet-Anschluss. Eine kleine Überraschung enthüllt der Blick ins Innere: Für die Linearführungen griffen die Autodesk-Ingenieure auf Produkte des deutschen Herstellers Igus zurück.

Der Autodesk-3D-Drucker ist Teil des Projekts "Spark": Eine offene Software-Plattform soll Konstruktionsprogramme und Druckersoftware verschiedener Hersteller verbinden und Komponenten austauschbar machen – der konkrete Drucker soll dabei eine Hardware-Referenzimplementierung für die Plattform bieten. Man habe dafür keinen der üblichen günstigen 3D-Drucker gewählt, die nach dem FDM-Verfahren Plastik schmelzen und in Form bringen, so Autodesk-Chef Carl Bass im Gespräch mit c't Hacks, sondern bewusst auf die bisher wenig besetzte Nische der Stereolithografie-Maschinen zum Einsteigerpreis gesetzt: Die Maschine sei hinreichend raffiniert, um als Beispiel-Drucker auch stellvertretend für die deutlich komplexeren Industrieanlagen zu stehen, aber ausreichend einfach, dass sie nachzubauen sei. Denn Autodesk will den eigenen 3D-Drucker nicht nur selbst produzieren und als fertige Maschine auf den Markt bringen – noch in diesem Jahr und für etwa 5000 US-Dollar. Die Firma will parallel auch, die Pläne, 3D-Modelle der Einzelteile und sogar die Spezifikationen für das verwendete Kunstharz-Druckmaterial unter einer Open-Hardware-Lizenz veröffentlichen. Die Software-Seite von Spark wird zwar offenbar nicht unter Open-Source-Lizenz gestellt, soll aber als API frei und kostenlos benutzbar sein. (Peter König) / (pek)