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3D-Kopierer vom Discounter

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Eines der Einsatzgebiete von 3D-Druckern für den Hausgebrauch ist die Anfertigung von Ersatzteilen, die es nicht (oder nicht mehr) zu kaufen gibt. Dafür muss das Ersatzteil allerdings vermessen und mit einer CAD-Software nachkonstruiert werden. Einfacher geht es mit einem 3D-Scanner wie dem angekündigten Digitizer Desktop 3D von Makerbot, dem David Laserscanner, dem Open-Source-Projekt FabScan oder der passenden Software für Kinect & Co.

Der 3D-Drucker im Vertrieb von Pearl verfügt über ein geschlossenes Gehäuse.

(Bild: pearl.de)

Der Bugginger Versandhändler Pearl hat jetzt angekündigt, eine 3D-Kopierer-Kombination unter dem Namen FreeSculpt für 1100 Euro auf den Markt zu bringen. Grundlage des Scanners ist eine 4-Punkt-Musterunterlage, auf der ein Objekt mit einer speziellen Scan-Kamera aus verschiedenen Blickwinkeln abfotografiert wird. Die Scan-Software erzeugt über vier Dimensionskontrollpunkte ein Modell, dass sich mit der Software TriModo 3D nachbearbeiten und modifizieren und dann in den Dateiformaten STL und 3DS speichern lässt.

Der gut einen halben Meter große und 13 Kilogramm schwere 3D-Drucker sieht ein wenig aus wie ein Backofen und muss laut Hersteller vor der Inbetriebnahme nicht kalibriert werden. Wie die allermeisten günstigen 3D-Drucker arbeitet er nach dem Fused-Deposition-Modeling-Verfahren, bei dem erhitzter und dadurch verflüssigter Kunststoff aus einer Düse gedrückt wird, der in dünnen horizontalen Schichten das gewünschte Objekt aufbaut.

Auf der Rückseite der Maschine erkennt man die Spule mit dem Rohmaterial.

(Bild: pearl.de)

An der Oberseite des Druckers befinden sich ein LCD nebst Tasten zur Bedienung sowie ein USB-Port und ein SD-Kartenschlitz zur Modelldaten-Übertragung. Das vorne angebrachte Sichtfenster erlaubt es, den Druckvorgang zu beobachten. Zum einen schützt die Scheibe den Anwender davor, sich am bis zu 260 Grad heißen Extruder zu verbrennen, zum anderen hält sie das Innere des Druckers auf konstant erhöhter Temperatur, was die Gefahr senkt, dass sich das Werkstück beim Abkühlen verzieht oder Spannungsrisse bekommt. Aus demselben Grund wird die Druckplattform auf 60 bis 110 Grad beheizt. Sie ist austauschbar, was das Ablösen der gedruckten Objekte erleichtern soll.

Die maximale Größe der druckbaren Objekte ist auf 22,5 × 14,5 × 15 Zentimeter begrenzt. Was darüber hinausgeht, muss getrennt gedruckt und geklebt oder anderweitig montiert werden. Die maximale Geschwindigkeit des 250-Watt-Geräts liegt bei 24 Kubikzentimeter in der Stunde, die Schichtdicke bei 0,15 bis 0,4 Millimeter.

Der Drucker ist auch ohne Kamera und Software für 800 Euro zu bekommen. Entscheidet man sich für die Variante mit Software, kostet das 100 Euro extra. Das in verschiedenen Farben erhältliche ABS-Filament, mit dem der Drucker betrieben wird, gibt es für 30 bis 40 Euro pro Kilogramm. (Peter Mühlbauer) / (pek)