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800-Farad-Superkondensator aus der Küche

Wem ein Superkondensator als Energiespeicher zu teuer ist, kann sich einen selbst bauen – mit Material, das man größtenteils in der Küche findet. Wie es geht, zeigt ein Video aus Estland in allen Details.

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Superkondensator und Wecker

Rechts: Der Wecker, das unzuverlässige Stück. Links: Der selbstgebaute Superkondensator als sichere Energiequelle.

(Bild: Screenshot aus dem verlinkten Video)

Taavi hat ein Problem: Weil die Batterien seines Weckers immer wieder den Geist aufgeben, kommt er notorisch zu spät zu seiner Chemiestunde. Doch das Internet hat eine Lösung parat: Superkondensatoren als Energiespeicher, die sich bis zu einer Million mal laden und entladen lassen sollen, ohne an Kapazität zu verlieren. Doch 76 Euro sind zu teuer für Taavi, weshalb er selbst aktiv wird: Aus Material wie Hasenstallgitter, Aktivkohle aus einem Wasserfilter, Epoxid-Kleber und einer leeren Tic-Tac-Dose baut er sich seinen eigenen Superkondensator. Den Weg dahin zeigt ein Video auf YouTube, das dankenswerterweise mit englischen Untertiteln für alle versehen ist, die kein Estnisch können:

Taavi entwickelt auf dem Weg zum eigenen Superkondensatoren beachtliche Maker-Qualitäten: Die Aktivkohle wird in der Kaffemühle zerkleinert, die Elektroden presst er zwischen den Holmen eines Küchentisches zusammen, den er kurzerhand mit der Flex zerlegt hat. Als Elektrolyt kommt Abflussreiniger zum Einsatz, der ordentlich Natriumhydroxid enthält. Der Lohn der Mühe ist ein Superkondensator mit einer Kapazität von 800 Farad, mit dessen Hilfe Taavis Wecker jetzt immer zuverlässig klingelt.

Das Video ist Teil einer Serie von 111 Chemie-Videos, die Wissenschaftler und Dozenten der Universität von Tartu in Estland online gestellt haben, damit Lehrerinnen und Lehrer in den Schulen "Chemiestunden interessanter gestalten" können, wie es auf der Webseite heißt. Wohlgemerkt: Eigentlich ist gemeint, dass in der Schule die Videos gezeigt, aber nicht die Experimente selbst nachgemacht werden – dafür ist einiges davon schlicht zu gefährlich.

(Peter König) / (pek)