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Aktuelle Raspi-Modelle sind empfindlicher bei Kurzschlüssen

Bisher überlebten die Bastelrechner der Raspberry Pi Foundation durchaus einen Kurzschluss, die neuen Modelle werden allerdings schneller zum Totalschaden.

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Die aktuellen Raspberry-Pi-Modelle 3B+ und 3A+ reagieren empfindlich auf einen versehentlichen Kurzschluss zwischen der 3,3-Volt- und der 5-Volt-Schiene. Inzwischen häufen sich Berichte von Usern, die ihren Raspi unerwartet kurzgeschlossen haben. Dabei wird der Power-Management-IC (PMIC) zerstört. Einfach austauschen lässt sich das defekte Bauteil nicht.

Man erkennt den Defekt laut einer Meldung von Hackaday daran, dass die 3-Volt-Pins keine Spannung mehr führen. 5 Volt ist vorhanden, die Power-LED leuchtet, aber der Raspi fährt nicht mehr hoch.

Klar ist: die Leitungen dienen zur Spannungsversorgung externer Bauteile und sollten ohnehin nicht miteinander verbunden werden. Die betroffenen Spannungsleitungen sind aber nicht nur über die 40-polige GPIO-Leiste offen zugänglich, sondern liegen auch direkt nebeneinander auf Pin 1 und Pin 2. Schon ein kurzes Berühren mit einem leitenden Gegenstand kann den Defekt verursachen. Ältere Modelle des Bastelrechners, der explizit zum Erlernen von Hardwarekenntnissen entwickelt wurde, verhalten sich robuster. Die Versionen 3B+ und 3A+ sind erst seit rund einem Jahr erhältlich.

Nicht kurzschließen: ein kurzer Kontakt zwischen den hier rot und grün markierten Pins genügt. Folge ist ein Defekt des Power-Management-ICs (gelb).

Das betroffene Bauteil ist ein Power-Management-IC von MaxLinear (MXL7704), das eigens für den Raspberry Pi 3B+ konzipiert wurde. Zwar ist der Chip unter derselben Bezeichnung im Handel erhältlich, jedoch sind die Exemplare ab Werk für andere Einsatzzwecke vorkonfiguriert (vermutlich per Firmware oder One-Time-Programming). Von daher können auch versierte Bastler mit der entsprechenden Lötausstattung das defekte Bauteil nicht ersetzen.

Die Macher des Raspberry Pi kennen das Problem und warnen in ihrem Forum davor, etwa beim Messen der Pins abzurutschen. Gleichzeitig räumt man ein, dass der Raspi in dieser Hinsicht fehlertolerant sein sollte. Man arbeite an einer Lösung. Zusätzliche Sorgen bereiten Berichte, nach denen der Fehler auch ohne vorherigen Kurzschluss auftreten könne. Dies sei bisher nicht reproduzierbar, weshalb man offen für Feedback sei. (Peter Eisner) / (hch)