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Arduino bringt Wassertropfen mit LEDs zum Schweben

Bunte Wassertropfen, die schweben oder sogar nach oben steigen? Tatsächlich widersetzen sich die Tropfen in diesem Springbrunnen mit Arduino-Steuerung nicht der Schwerkraft. Stattdessen täuscht Licht das menschliche Auge.

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Stroboskop lässt Wassertropfen "schweben"

(Bild: YouTube/Isaac Chasteau)

Ein blauer Tropfen steigt aus dem Boden auf, schwebt Stück für Stück nach oben und verschwindet wieder in einem schwarzen Plastikring. Auf den ersten Blick sieht der Springbrunnen von Isaac Chasteau nach einem geschickten Levitationsprojekt aus, das die Schwerkraft austrickst – tatsächlich überlistet er mit Stroboskopeffekten das Auge.

In dem Video, das der Ingenieur vor kurzem auf YouTube veröffentlicht hat, zeigt er anschließend das Innere des Springbrunnens, den er selbst konstruiert hat. Oben im Gehäuse sitzen ein Arduino und eine Wasserpumpe, aus der einzelne Tropfen fallen. Auf ihrem Weg nach unten werden sie von den LED-Streifen in den Seiten des Gehäuses angestrahlt. Das Wasser sammelt sich schließlich in einem speziell konstruiertem Becken. Damit kein Spritzwasser die Illusion zerstört, hat Chasteau eigens eine Schale entworfen und 3D-gedruckt.

Aus dem Springbrunnen kommen circa 55 Tropfen pro Sekunde, weshalb die LED-Streifen mit einer Frequenz von 55 Hertz aufleuchten. Für das menschliche Auge ist das zu schnell und es kann die Bilder nicht mehr richtig auseinanderhalten. Die Steuerung der Pumpe übernimmt ein Arduino Uno. Der Sketch kann auf Github heruntergeladen werden. Außerdem nutzt Chasteau das Bluetoothmodul HC-05 und eine Bluetooth-App für Android als Fernsteuerung.

Mit dem gleichen Effekt lässt sich ein Zeitlupenrahmen herstellen, in dem sich Objekte scheinbar äußerst langsam bewegen. Eine ausführliche Anleitung zum Nachbauen gibt es in Make 1/18. Das Heft ist im Heise Shop erhältlich und liegt bis zum 18. April 2018 am Kiosk. Auch die "Lichtwischer-Kugel" aus Heft 3/16 funktionierte nach dem Persistence-of-Vision-Prinzip. (hch)