Menü
Make

Arduino-kompatible Winzig-Boards

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 93 Beiträge
Auf weißem Hinergrund liegt ein weißes, quadratisches Elektronikboard neben einem US-amerikanischen Vierteldollar

Für Modellbauer kann Technik kaum winzig genug sein, dort zählt jedes Gramm und auch Platz ist selten ausreichend vorhanden. TinyDuino, Microduino oder Trinket versprechen hier Abhilfe.

Der zum Arduino und LilyPad kompatible TinyDuino wurde am Wochenende auf der Maker Faire in New York präsentiert. Er ist als quadratische oder kreisrunde Platine erhältlich. Als Quadrat misst die Platine gerade einmal 20 mm × 20 mm Fläche, die kreisrunde Platine hat exakt 20 mm Durchmesser. Die Bauhöhe beträgt ohne Batteriehalter 3 mm und mit einer CR1612- oder CR1632-Knopfzelle 6,6 mm.

Der TinyDuino verfügt über einen ATmega328P-Prozessor.

Der Prozessor ist der ATmega328P, wie man ihn vom Arduino kennt. Der TinyDuino besitzt somit 32 KByte Flash-Speicher, 2 KByte RAM und 1 KByte EEPROM. Auch die üblichen zwanzig Anschlüsse (14 digitale und 6 analoge Ein-/Ausgänge) stehen zur Verfügung. Die Betriebsspannung liegt im Arduino-Modus bei 2,7 - max. 5,5 Volt und lässt sich über eine eigene Firmware bis auf 1,8 Volt senken. Sogenannte TinyShields erweitern den TinyDuino, indem man die Platinen übereinander stapelt. Dafür steht eine ganze Palette an TinyShield-Modellen zum Kauf bereit, die momentan um WiFi, Ethernet und GPS erweitert wird.

Ein Stapel von TinyShields zur Steuerung von Ikea LED-Strips.

Das Basic-Kit enthält das Prozessor-Board, das USB&ISP-TinyShield und ein TinyShield-Proto-1. Es ist für 39,95 US-Dollar im Webshop bestellbar. Ein einzelnes Prozessor-Board kostet 19,95 US-Dollar, die Proto-Boards kosten 3,95 US-Dollar und die TinyShield-Boards beginnen etwa ab 14 US-Dollar. Der TinyDuino ist Open-Hardware. Auf der Webseite sind neben Schaltplan und Spezifikation auch einige Projekte und Aufbauten mit dem TinyDuino vorgestellt.

Produktvideo über den TinyDuino.

Der Microduino ist ebenfalls eine Arduino-kompatible Hardware. Mit einer 25,4 mm x 27,9 mm kleinen Platine ist er jedoch deutlich größer als der TinyDuino. Auffällig ist seine U-förmige Stiftleiste mit insgesamt 27 Pins. Damit lässt er sich ebenfalls zu einem Platinensandwich stapeln. Auch hier wurde bewusst der Prozessor von der USB-Einheit getrennt, um Platz zu sparen. Die Finanzierung läuft als Kickstarter-Kampagne, das Ziel von 20.000 US-Dollar ist bereits erreicht. Das kleinste Set kostet dort 16 US-Dollar zuzüglich 5 US-Dollar Versandkosten.

Der Microduino ist als Core und Core+ erhältlich und unterscheidet sich dadurch in seiner Leistungsfähigkeit.

Zum Basis-Board mit einem ATmega168P oder ATmega328P gibt es zusätzlich dem Microduino-Core+ mit dem ATmega644P oder ATmega1284P als Prozessor. Die geplanten Shields bieten eine ähnliche Vielfalt wie beim TinyShield. Jedoch ist der Microduino auch auf Shields in der Größe des klassischen Arduinos einsetzbar, mit dem Uno-Shield lassen sich somit alte Arduino-Shields weiterverwenden.

Mit dem Uno-Shield lassen sich alte Arduino-Projekte weiterbetreiben.

Während sich der TinyDuino sehr auf Wearables und Modellbau konzentriert, sehen die Entwickler des Microduino seinen Einsatzbereich im "Internet der Dinge". Die Schemata und Firmware sind über das eigene Wiki verfügbar, das gesamte Projekt ist quelloffen.

Microduino: MultiWii-Emulator

Mit dem Trinket bietet Adafruit ein 29,7 mm × 15,2 mm großes Board an, welches als 3V- oder 5V-Modell erhältlich ist. Mit knapp 8 US-Dollar oder 42 US-Dollar für das Sechserpack ist dieses Board preislich eine Alternative zum Microduino und TinyDuino.

Das Trinket von Adafruit besitzt den ATtiny85 als Prozessor.

Die Leistung wird jedoch durch den ATtiny85-Prozessor eingeschränkt, trotzdem wird das Board über die normale Arduino-Entwicklungsumgebung programmiert. Dafür bieten 8 KByte Flash-Speicher, 512 Byte SRAM und 512 Byte EEPROM gerade genug Platz für kleine Projekte. Trotzdem lassen sich bei ausreichender Stromversorgung bis zu drei Servomotoren steuern.

Übersicht über die Anschlüsse des Adafruit Trinket.

Insgesamt fünf GPIO-Anschlüsse sind vorhanden, davon teilt man sich zwei mit der USB-Schnittstelle. Somit sind maximal drei analoge Eingänge oder maximal drei PWM-Ausgänge kombinierbar. Das Stapeln von Shields ist bislang nicht geplant, jedoch lassen sich Sensoren über eine I2C- oder SPI-Schnittstelle anschließen. Der notwendige Quellcode ist auf GitHub zu finden, die Schaltpläne sind unter der CreativeCommons-Lizenz (CC 2.5 BY-SA) freigegeben. (ogo)