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Arduino trifft Barbie: So entsteht ein Spiel aus Elektronikschrott

Statt Diät steht Sushi in diesem Spiel auf Barbies Speiseplan. Ein Künstlerduo hat aus einem Arduino und Elektronikresten ein farbenfrohes Spiel gezaubert.

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J'ai faim

(Bild: Niklas Roy)

Ein Haufen Elektronikschrott, vier Tage und ein Ziel: möglichst viel Spaß. Bei der internationalen Veranstaltungsreihe Eniarof sollen in kurzer Zeit viele kreative Projekte entstehen. Das Künstlerduo Niklas Roy und Kati Hyyppä hat die Möglichkeit genutzt und mit "J'ai faim!" (französisch für: Ich habe Hunger) ein buntes Spiel zusammengezimmert. Stand die äußerst schlanke Barbiepuppe bisher oft in der Kritik, unrealistische Körperbilder zu vermitteln, gilt es in diesem Arduino-basierten Spiel, ihr genügend Essen zu servieren.

J'ai faim! (5 Bilder)

Mit dem Joystick wird der Barbiekopf bewegt. Die LEDs neben den fünf Sushistückchen geben an, welches Teil als nächstes verspeist werden soll.
(Bild: Niklas Roy)

Außer dem Arduino Uno stammen alle verwendeten Teile aus alter Elektronik und anderem Schrott. Im improvisierten Pappgehäuse stecken etwa eine Stange von einem Regenschirm als Achse und ein Rad von einem Tretroller dient als Lager. Dazu kommen ein alter Steppermotor, eine Zylinderspule, ein Joystick und ein ausrangiertes PC-Netzteil für die Spannungsversorgung. Der Motor dreht den Barbiekopf über das Spielfeld, während die Zylinderspule bei Bedarf die Zunge rausfährt. Für die Positionsbestimmung nutzt das Duo ein System aus LEDs und einem Fotowiderstand sowie Papphindernisse, die zu weite Drehungen verhindern sollen.

Dreh- und Angelpunkt des Spiels ist der Barbiekopf mit der ausfahrbaren Zunge. Um den Kopf sind fünf Stücke Sushi verteilt, die möglist schnell "aufgegessen" werden müssen. Blinkende LEDs zeigen an, welches Stück das nächste sein soll. Die Steuerung erfolgt über einen Joystick, der mit dem Puppenkopf und einem lokalen Sushirestaurant auch die Inspiration für das Projekt lieferte. Wie satt Barbie gerade ist, gibt schließlich eine Neopixelskala auf einem alten Essenstablett im Hintergrund an. Neben dem Spielspaß ist "J'ai faim!" für die beiden eine Kritik an der Überflussgesellschaft, in der Essen gern als Sünde vermittelt wird, während Milliarden Menschen weiterhin in Armut leben.

Auf ihren Webseiten haben Roy und Hyyppä den Bau und das Spiel mit weiteren Fotos ausführlich dokumentiert. Wer es nachbauen oder als Inspiration für eigene Projekte nutzen möchte, findet dort den Schaltplan sowie den verwendeten Arduino-Code. Bei der Abschlusspräsentation des Eniarof-Festivals in Frankreich wurde das Spiel bereits im Dauerbetrieb gestestet. (hch)