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Bento Lab: Kickstarter-Erfolg für das mobile DNA-Labor

Alle Geräte für die Vervielfältigung und Analyse von DNA vereint das Bento Lab in einem handlichen Gehäuse. Die gerade gestartete Crowdfunding-Kampagne hat ihr Finanzierungsziel schon nach 36 Stunden erreicht.

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Von

Kickstarter & Co.

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Was wäre, wenn Biologie-Labore genauso schrumpfen könnten, wie die einst raumfüllenden Computer zum handlichen Raspberry Pi? Diese Idee steht hinter dem Bento Lab, einem Gerät von der Größe eines Laptop. Damit will die gleichnamige Firma "Citizen Science" erschwinglich machen, also "Molekularbiologie für alle" ermöglichen. Auch für Biohäcksen und -hacker ist das Gerät interessant. Am vergangenen Dienstag startete die Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter und erreichte innerhalb von 36 Stunden bereits ihr Finanzierungsziel von 40.000 britischen Pfund (rund 50.000 Euro).

Das Starterkit bringt eine Pipette und Verbrauchsmaterialien mit.

(Bild: Bento Lab)

In einem Bento Lab sind alle Geräte eingebaut, die man braucht, um DNA aufzureinigen, zu vervielfältigen und zu analysieren. Dabei kann die Erbinformation aus verschiedenen Proben untersucht werden. So kann man etwa Lebensmittel auf ihre Inhaltsstoffe kontrollieren und etwa Pferde-DNA in der Lasagne aufspüren. Dafür enthält das Lab eine Zentrifuge zum Trennen der Stoffe in der Probe, einen Thermocycler, in dem die DNA bei verschiedenen Temperaturen kopiert wird, und eine Gelelektrophoresekammer mit Beleuchtung, um das Ergebnis sichtbar zu machen.

Vier Geräte in einem - das Bento Lab

(Bild: Bento Lab)

Die Kampagne läuft noch bis zum 22. April. Ein Bento Lab kann dabei für rund 885 Euro vorbestellt werden. Einen Starter-Kit mit Verbrauchsmaterial wie Zentrifugenröhrchen, einer Pipette und Chemikalien für die Experimente gibt es optional für 190 Euro. Für den dauerhaften Betrieb sind die Reagenzien der Knackpunkt. Sie sind meist teuer und müssen bei rund –20°C aufbewahrt werden, um ihre Funktion zu erhalten. Für die gentechnische Veränderung von Organismen reicht die Ausstattung des Bento Lab übrigens nicht aus.

Ende 2016 sollen die Firmware des Geräts, elektrische Spezifikationen und CAD-Dateien außerdem als Open-Source-Dokumentation zur Verfügung gestellt werden. Bisher gibt es bereits einige offene Geräte für Biohacking, wie etwa den Thermocycler OpenPCR, auf den Bento Lab sich auch explizit beruft. Das Bento Lab ist allerdings die erste kompakte Lösung. Übrigens: Wer die Maker Faire in Berlin im vergangenen Oktober besucht hat, konnte dort bereits eine Vorversion des Bento Lab in natura besichtigen. (Helga Hansen) / (hch)