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Bodenständige Lieferroboter von Skype-Mitbegründern

Während Amazon, Walmart & Co. Waren mit Drohnen durch die Luft zum Besteller schicken wollen, schnurren die autonomen Lieferwagen der neuen Firma zweier Skype-Mitbegründer über Gehwege.

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(Bild: Starship Technologies)

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Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn sich eine Firma "Starship Technologies" nennt, aber weder Raumschiffe noch Mondraketen entwickelt, sondern teilautonome Fahrzeuge, die ein wenig an zu groß geratene Ultraschall-Reinigungsgeräte auf sechs Rädern erinnern. Das frisch aus der Taufe gehobene Unternehmen von Ahti Heinla und Janus Friis, zwei Mitbegründern des VoiP- und Videofonie-Dienstes Skype, möchte mit diesen Vehikeln eine kostengünstige Liefermöglichkeit für die berühmte "letzte Meile" anbieten – die logistische Lücke zwischen dem Lager des Versandhändlers und der Haustür des Kunden, der Ware im Internet bestellt hat.

(Quelle: Starship Technologies)

Die Fahrzeuge sollen groß genug sein, um so viel Waren laden zu können, wie in zwei normale Einkaufstaschen passen. Man ordert eine Lieferung per App: Über die wählt man nicht nur ein kommodes Zeitfenster für die Fahrt aus, man kann darüber hinaus die Position des Lieferwägelchens in Echtzeit verfolgen. Die App benötigt man zum Schluss auch, um das Schloss zu öffnen, das die Ware gegen Wegelagerer schützt: Da die Gefährte mit einer fußgängerfreundlichen Geschwindigkeit von 4 Meilen pro Stunde (knapp 6,5 Kilometer pro Stunde) unterwegs sind, scheint eine solche Sicherung nötig.

Die Gefährte sollen zwar dank eigener Navigationsfähigkeiten, Sensoren und Algorithmen für die Kollisionsvermeidung prinzipiell in der Lage sein, autonom vom Zentrallager zum Kunden zu fahren, zur Sicherheit soll der Lieferverkehr aber aus der Ferne von menschlichen Bedienern überwacht werden. Starship Technologies verspricht "Lieferungen innerhalb von 30 Minuten" bei "null CO2-Ausstoß". Die ersten Fahrzeuge sollen im kommenden Jahr auf die Piste gehen.

Andere Firmen wie Amazon und Walmart wollen ebenfalls autonome Maschinen für Warenlieferungen benutzen, setzen dabei aber auf den Lufttransport durch Quadrocopter oder ähnliche Drohnen. In Deutschland experimentiert DHL mit der Lieferung von Medikamenten auf die Nordseeinsel Juist – auf dieser Strecke wird zum größten Teil Wattenmeer und damit nicht von Menschen bewohntes Gebiet überflogen.

Firmen, die Pakete per Drohnen ausliefern wollen, müssen eine Vielzahl von rechtlichen Vorschriften beachten und der Sicherheit ihrer Systeme sehr viel Aufmerksamkeit widmen. Gerade darin sieht Starship Technologies den Vorteil seiner Fahrzeuge – was auf sechs Rädern steht, kann nun mal nicht vom Himmel und einem Passanten auf den Kopf fallen. Doch es bleibt abzuwarten, ob es nicht auch fürs Befahren von Gehwegen mit autonomen Fahrzeugen widerspenstige rechtliche Hürden gibt. (pek)