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CAD-Dateien für Autodesks 3D-Drucker veröffentlicht

Der CAD-Konzern macht in 3D-Druck und in Open Hardware – und beides gleichzeitig: Für die Stereolithographie-Maschine gibt es die kompletten Konstruktionspläne ab sofort zum Download.

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CAD-Dateien für Autodesks 3D-Drucker zum Download

Vor ziemlich genau einem Jahr hatte der CAD-Software-Konzern Autodesk die Fachwelt mit der Ankündigung überrascht, einen eigenen 3D-Drucker entwickeln und auf den Markt bringen zu wollen. Das war nicht nur deshalb erstaunlich, weil dieses Stereolithographie-Gerät namens Ember das erste Hardware-Produkt in der Firmengeschichte überhaupt ist, sondern auch, weil Autodesk spätestens bei seiner deutschen Hausmesse im Herbst klarmachte, dass das Design des 3D-Druckers komplett als Open Hardware veröffentlicht werden soll.

Das ist nun geschehen: Alle Dateien, die für den Nachbau der Maschine nötig sind, gibt es jetzt bei Autodesk zum kostenlosen Download. Die 3D-CAD-Vorlagen bekommt nach Wunsch in eins von zehn verschiedenen 3D-Dateiformaten verpackt (von STL bis Fusion 2014 dürfte für die meisten was dabei sein); die Stückliste (BOM) gibt es als CSV. Die Dateien stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz (Attribution-ShareAlike); zuvor hat Autodesk bereits die Formel für das als Druckmaterial verwendete Kunstharz unter einer ähnlichen Lizenz veröffentlicht.

Hier klicken, um das 3D-Modell in die Einzelteile zu zerlegen.

Wer den kompletten Download scheut, kann den Aufbau auch über die oben eingebettete 3D-Ansicht des Webdienstes Autodesk360 inspizieren: Schaltet man die Darstellung ins Vollbild, fügt ein Klick auf die richtige Schaltfläche der rechten Werkzeugleiste einen Schieberegler oben im Bild hinzu, über den man den Drucker interaktiv in einer Explosionsdarstellung in die Einzelteile zerlegen kann.

Wie Autodesk im begleitenden Blogpost zur Veröffentlichung der Dateien für die mechanischen Teile des 3D-Druckers schreibt, sei jetzt damit theoretisch jeder in der Lage, die Maschine selbst nachzubauen. Allerdings käme das voraussichtlich viel teurer als die rund 6000 US-Dollar, die ein fertiger Ember im Shop kostet. Das Ziel bei der Veröffentlichung des Designs sei aber auch nicht in erster Linie, dass jemand die Konstruktion eins zu eins nachbaue, so die Autoren im Blog weiter, sondern dass jeder das Design dem eigenem Bedarf ensprechend anpassen und erweitern könne.

Autodesks 3D-Drucker (4 Bilder)

Ausstellungsstück

Bei der Autdesk-University gab es den Prototypen des 3D-Druckers von Autodesk zwar nicht für alle Besucher zu sehen, die Presse durfte jedoch einen Blick darauf (und auch hinein) werfen.

Ember soll als Hardware-Referenzimplementierung für Autodesks 3D-Druck-Projekt namens Spark dienen. Diese offene Software-Plattform mit APIs und Cloud-Anschluss soll Konstruktionsprogramme und Druckersoftware verschiedener Hersteller verbinden und Komponenten austauschbar machen. Dafür hat Autodesk schon mächtige Verbündete gefunden, denn Spark soll ins kommende Windows 10 integriert werden, wie Microsoft bei der diesjährigen Build-Entwicklerkonferenz ankündigte.

Dass Autodesk offenbar keine marktbeherrschende Zukunft als Hersteller von 3D-Druckern anstrebt, lässt sich auch daran ablesen, dass die Firma im Rahmen von Spark einen Investment Fund eingerichtet hat. Dieser soll in den kommenden paar Jahren bis zu 100 Millionen US-Dollar investieren, um Unternehmern, Start-ups und Forschern zu helfen, die Grenzen der 3D-Drucktechnik immer weiter hinauszuschieben und die Entwicklung zu beschleunigen. Eines der interessantesten Projekte, in das der Fond investiert, ist das im März im Magazin Science vorgestellte Gerät Carbon3D, dass durch Photopolymerisation unter kontrollierten Sauerstoffbedingungen den Stereolithographie-3D-Druck um Größenordnungen beschleunigen soll. (Peter König) / (pek)