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Dieser DIY-Funkwecker macht an Feiertagen Pause

Die Funkuhr Octet-7 besticht mit einer intelligenten Weckfunktion, die einen an Feiertagen ausschlafen lässt und sich von selbst wieder einschaltet.

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Octet-7: Selbstgebauter Funkwecker mit Sieben-Segment-Anzeigen im Glasrohr

Beton, 3D-Druck, Aluminium und durchsichtiges Silikon – in seinem selbstgebauten Funkwecker Octet-7 vereint Bastler Reimar Grasbon verschiedene Materialien. Der Name rührt von den acht Sieben-Segmentanzeigen her, die prominent in der Mitte aufleuchten. Die Steuerung steckt im Kästchen an der Seite.

Bau mit Kompromissen

Ursprünglich sollte die Digitalanzeige in Glas eingegossen werden. Da die dafür nötigen Temperaturen die elektronischen Bauteile aber zerstören würden, setzt Grasbon auf ein Material, mit dem auch weiche Plastikteile einfach hergestellt werden können: Zweikomponenten-Silikon. Nun steckt die Anzeige in einer kleinen Glasvase und wurde mit durchsichtigem Silikon übergossen. Auf der Anzeige werkelt gut sichtbar der Treiberbaustein Max 7219 und spricht die Ziffern an, wobei die Dezimalpunkte der Stellen 4 und 5 als Status-LEDs separat herausgeführt sind.

Im Aluminumgehäuse stecken zwei weitere Platinen. Direkt hinter der Blende sind eine LED, Fotowiderstand und Drehgeber auf der Konsolenplatine aufgebracht. Die Bedienung des Weckers erfolgt über den Drehgeber, während der Fotowiderstand hilft, die Helligkeit der Ziffern an die Umgebung anzupassen. Rechtwinklig zur Konsole ist die Controller-Platine in das Gehäuse geschoben. Hier arbeitet mit dem Mikrocontroller ATmega 328P das Gehirn der Uhr. Außerdem sitzen dort der Piezo-Signalgeber und ein Infrarotsensor, der bei Bewegung die Snooze-Funktion aktiviert. Eine Echtzeituhr fungiert als Absicherung, sollte das externe DCF77-Empfangsmodul ausfallen.

Octet-7 (3 Bilder)

Die Anzeige mit acht Sieben-Segmentanzeigen passt in ein schmales Glasröhrchen.
(Bild: Reimar Grasbon)

Komfort-Weckfunktion

Wie man mit dem DCF77-Signal die Funkzeit kostenlos nutzen kann, hat Grasbon bereits in unserer Ausgabe 2/14 erklärt. In der Firmware des ATmega sind außerdem die Umstellungen von Winter- und Sommerzeit sowie die Feiertage der einzelnen deutschen Bundesländer gespeichert.

Die Verkabelung von Anzeige und Steuereinheit ist unter dem Fuß aus Beton in einer Aussparung versteckt. Um beide Geräteteile in einer Ebene zu präsentieren, hat Grasbon schließlich die Halterungen konstruiert und mit einem 3D-Drucker gedruckt. Eine ausführliche Anleitung sowie alle Dateien zum Nachbau, inklusive Quellcode, Doku, Gerberdaten und den STL-Dateien für den 3D-Druck, gibt es auf der Webseite von Grasbon zum Download. Dort finden sich auch Beschreibungen seiner älteren Uhr-Projekte. (hch)