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Drohnen navigieren auf den Zentimeter genau

Quadkopter der Firma PreNav blitzen räumliche Animationen von beeindruckender Präzision in den Abendhimmel oder dunkle Räume. Das sieht toll aus, doch eigentlich hat die Firma etwas Seriöses im Sinn.

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(Bild: PreNav)

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Die kalifornische Firma PreNav hat ein System entwickelt, mit dessen Hilfe ein spezieller Quadkopter zentimetergenau navigieren kann. Kern des Systems ist eine transportable Bodenstation auf einem Dreibeinstativ, die zu Beginn ihre Umgebung per Laser scannt. Dadurch gewinnt sie ein erstes 3D-Modell des Fluggebiets als Punktwolke, anhand dessen der Kurs des Kopters geplant wird. Anschließend steigt dieser auf und fliegt den Kurs ab – geleitet von der Bodenstation, die hundertmal pro Sekunde die Position der Drohne kontrollieren soll. Was ihr System leistet, demonstriert die Firma in einem Video, in dem ihre Kopter mit Blitzlichtern animierte Figuren in die Luft zeichnen – bis hin zum kompletten Schriftzug "Hello World":

Die Lichtspiele sind dabei nur eine Fingerübung; eigentlich wurde ist das System für professionelle Inspektionen von vertikalen Strukturen wie Windenergieparks oder Mobilfunkmasten entwickelt. Bei diesem Szenario fliegen die Kopter ein Raster von Kontrollpositionen ab und schießen von jeder aus Detailfotos, anhand derer der Zustand der Anlagen hoch über dem Boden geprüft werden kann. Aus den im Flug gesammelten Daten soll zuden ein hochaufgelöstes 3D-Modell berechnet werden.

Kontrollpunkt für Kontrollpunkt soll die Inspektionsdrohne den Mobilfunkmast abfliegen.

(Bild: PreNav)

Der Vorteil des Systems liegt in der Präzision der Navigation, die mit üblichen Mitteln wie GPS nicht zu erreichen ist. Außerdem scheint es mit einer leicht transportierbaren Bodenstation auszukommen – andere Methoden für die Präzisionssteuerung von Flugobjekten arbeiten mit mehreren, zum Teil in der Höhe angebrachten Sendern, etwa bei den eMotionSpheres der Firma Festo, die 2014 auf der Hannover Messe Formationsflüge in der Halle absolvierten. Die Nachteile der Lösung von PreNav: sie funktioniert immer nur für ein streng begrenztes Gebiet, das zuvor von Boden aus gescannt wird. Außerdem müssen alle Komponenten aufeinander abgestimmt sein (sprich: als Komplettsystem vom Hersteller PreNav stammen) – mit einem Quadrokopter vom Elektronik-Billigheimer klappt die zentimetergenaue Navigation garantiert nicht. (Peter König) / (pek)