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Fashiontech Berlin: Maßgeschneiderte Technik

Der Lasercutter ist die neue Nähmaschine, die meisten Modeschöpfer wissen es nur noch nicht: Am Rande der Fashion Week wurde über neue Technik(en) in der Mode diskutiert.

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Fashiontech Berlin: Maßgeschneiderte Technik

In Berlin trafen am gestrigen Dienstag im Rahmen der Fashion Week Kreative zweier sehr unterschiedlicher Disziplinen aufeinander: Die Konferenz Fashiontech Berlin lotete die gemeinsame Zukunft von Mode und Technik aus. Die Veranstalter wollen Berührungsängste abbauen, aber auch die Modeindustrie auf eine interessante und zukunftsträchtige Nische aufmerksam machen.

Auch für Berlin könnte das Crossover eine Chance sein: In der Modewelt hat die Bundeshauptstadt keinen internationalen Rang wie London oder Paris, dafür schaut man mit Neugier auf die etwas ruppiger und experimenteller eingeschätzte Metropole, die viele technische Start-ups anzieht. In der Berliner Hacker- und Maker-Szene gibt es schon viele Vorstöße in den Bereich "wearable technology", der oft aber noch die Eleganz und Alltagstauglichkeit fehlt, die eine Modedesignerin einbringen könnte. Eben die sahen sich zahlreich auf der Konferenz auf der Suche nach neuen Ideen um.

Fashiontech Berlin (5 Bilder)

Ein Kleid von Lisa Lang, vorläufiger Name "Lucy in the sky with diamonds". Leuchtet ein: LEDs, blauer Stoff und ein Model names Lucy.

Mode trifft Elektronik

Es muss nicht immer der Lötkolben sein: Auch mit einer Nähnadel lassen sich Schaltkreise bauen. Mit etwas Elektronik wird Kleidung interaktiv.

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Für Lisa Lang von der Agentur Elektrocouture, die auf der Veranstaltung über ihr Bemühen sprach, die Disziplinen zusammenzubringen, liegen die Arbeitsweisen von Technik und Modedesign näher beieinander, als man gemeinhin denkt: Was bei Makern Prototypen und Einzelstücke seien, nennt man in der Mode Haute Couture. Wichtig sei es als Nächstes, von den spannenden und experimentellen Ideen hin zu alltagstauglichen Produkten zu kommen. Dabei sollen auch neue Kleidungsstoffe helfen, etwa leitfähige oder leuchtende Gewebe oder organische Materialien, zum Beispiel aus Pilzen.

Lang meint auch: "Der Lasercutter ist die neue Nähmaschine." Wenn Modedesigner die Geräte, die jetzt schon in FabLabs und anderen Spaces stehen, für sich entdeckten, könnten sie Schnittmuster viel schneller und individueller entwickeln. Erste Designer entwerfen jetzt schon ihre Kleidung in 3D-Programmen, um ganz genau bestimmen zu können, wie der Stoff fällt und reflektiert. Das lerne man aber nicht an der Modeschule, weshalb Räume und Veranstaltungen abseits der Lehrplans immer wichtiger würden. Was die Hackerspaces für die technisch Interessierten geleistet haben, sollen noch aufzubauende Orte für die Modeschöpfer von morgen schaffen, wünscht sich Lisa Lang: „Wir brauchen so etwas wie FabLabs für Fashion." (phs)