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Gemischtes Hack: 3D-Drucker in allen Größen, leitfähiger Kunststoff

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Der Markt für bezahlbare 3D-Drucker ist in Bewegung, auf der Euromold wurden neue Geräte vorgestellt und jeden Tag kommen neue Ankündigungen herein. Hier eine Auswahl der Meldungen der letzten Tage.

Die Bürobedarfskette Staples bietet ab 2013 3D-Druck in ihren Filialen an – aber zunächst nur in Belgien und den Niederlanden. Die eingesetzten Drucker erzeugen Objekte praktischerweise aus normalem Kopierpapier: Das Verfahren, bei dem die Maschine beidseitig bedrucktes Papier Blatt für Blatt aufeinander klebt und ausschneidet, gibt es nur vom irischen Hersteller Mcor.

Für den schnellen 3D-Druck unterwegs greift man in Zukunft vielleicht zum Portabee: Der 500 US-Dollar teure Drucker basiert auf der FDM-Technik des RepRaps (schmilzt also Plastik und drückt es durch eine Düse) und lässt sich schnell auf Aktentaschengröße zusammenfalten. Das 2,8 kg schwere Gerät kommt wie üblich als Bausatz, wird aber für 200 Dollar Aufpreis auch betriebsbereit ausgeliefert.

Der Multirap des deutschen Herstellers Multec ist in der Version L224 ein vollständiger Drucker mit einem stabilen Rahmen aus Aluminiumprofilen für rund 900 Euro. Die abgespeckten Versionen L204 (600 Euro) und L200 (550 Euro) sind eher als Aufrüstkit für bestehende RepRap-User gedacht: Dort fehlen Netzteil, Steuerung und Extruder, beim L200 auch die Motoren. Die Teile kann man vom alten Drucker übernehmen oder einzeln dazukaufen. Die stabile Konstruktion soll mit einem Dremel anstelle eines Extruders auch als CNC-Fräse benutzbar sein.

Ben Peters vom MIT Media Lab hat ein Konzept namens Spiderbot entwickelt: Der gesamte 3D-Drucker in einem kugelförmigen Gehäuse hängt dabei an vier Seilen, die sich an Bäumen oder Masten befestigen lassen. Damit könnte man ganze Gebäude "drucken", wenn nicht das Material zu schwer wäre. Der Spiderbot soll daher mit leichtem Polyurethan-Schaum eine Gießform drucken, in die danach Beton eingefüllt werden kann.

Forscher an der University of Warwick arbeiten an einem Verfahren zum Druck von flexiblen elektrischen Leitern. Das von ihnen entwickelte Material, Carbomorph, besteht aus Ruß und dem biologisch abbaubaren Kunststoff Polycaprolacton. Damit kann man mit einfachen Heim-3D-Druckern vollständig leitfähige Objekte drucken, aber auch Leiterbahnen, Druck- und Biegesensoren als Teil von normalen Kunststoffobjekten.

Eine der ersten Waffen aus dem 3D-Drucker war bereits nach sechs Schüssen kaputt: Das gedruckte Griffstück der "Wiki Weapon" hielt den Kräften nicht stand. Der Bau von Waffen mit Rapid-Prototyping-Verfahren sorgt im Internet für Diskussionen, der Druckerhersteller Stratasys nahm der Gruppe Defense Distributed einen dafür geleasten 3D-Drucker wieder weg. In der Objekt-Datenbank Thingiverse gibt es 3D-Modelle von Waffenteilen zum Download. (phs)