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Go fish! Bastler entwickeln fischgesteuerte Aquarien

Fische statt Katzen: Anscheinend unabhängig voneinander haben Bastler in den Niederlanden und Neuseeland in diesem Jahr mobile Aquarien entwickelt. Die auf Räder montierten Aquarien werden dabei von den Schwimmbewegungen des Fisches gesteuert.

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Das Internet ist für Katzen-Videos erfunden worden? Aber woher denn: Für Fisch-Videos ist es auch prädestiniert. Zumindest, wenn es um zwei Bastelprojekte geht, die unabhängig voneinander entstanden sind: Auf Räder montierte Aquarien werden von den Schwimmbewegungen des Fisches gesteuert.

Adam Ben-Dror scheint zu seinem siamesischen Kampffisch ein relativ inniges Verhältnis zu haben. Nicht nur, dass der Fisch einen Namen trägt, zudem hat der Designer seinem Fisch auch noch kleine Tricks beigebracht. José, der Kampffisch, kann aus seinem Becken hüpfen und von Ben-Drors Hand fressen, außerdem folgt er der Hand seines Herrchens, wenn dieser sie am Becken entlang bewegt.

Dank dieser Interaktionen darf José sein Aquarium jetzt selbst steuern. Eine Kamera nimmt im so genannten "Abovemarine" mittels Farb-Tracking die Bewegungsrichtung des Fischs auf. Ein Mikrocontroller übersetzt die Bewegung des Fischs in die Ansteuerung von omnidirektionalen Rädern. José nutzt seine Bewegungsfreiheit scheinbar gezielt: Er schwimmt auf Menschen zu die ihn locken und kann, durch Rückwärtsschwimmen, sein Aquarium bremsen.

José erfährt die Welt - auf der Jagd nach Futter und der Begegnung mit anderen Spezies.

Die Information, dass bestimmte Fische in der Lage sind, außerhalb ihres Aquariums zu sehen, findet man auch auf Webseiten zum Thema Fischhaltung. Dabei scheinen Schwarmfische schlechter zu sehen als Spezies, die Einzelgänger sind.

Die Mitarbeiter des Studio Diip in Amsterdam haben ihr bewegliches Aquarium entwickelt, um zu zeigen, wozu Bilderkennungssoftware genutzt werden kann. Seit 2010 entwickelt das Team in diesem Studio Produkte, die auf der Basis von Bilderkennungssoftware funktionieren. "Fish on Wheels" ist eines ihrer Bastelprojekte.

Ein Fisch fährt sein Aquarium durch ein Amsterdammer Büro.

Auch hier überwacht eine Kamera den Fisch und seine Bewegungen werden per Bilderkennung in die Bewegungsrichtung von Rädern unter dem Aquarium umgesetzt. Im Gegensatz zu Ben-Drors Projekt hat dieses Aquarium allerdings keine omnidirektionalen Räder. Dafür funktioniert es kabellos.

Kennen Sie einen einsamen Fisch in einem kleinen Aquarium und haben Sie über die Feiertage viel Zeit? Dann lassen Sie sich hier inspirieren, dem Fisch die Welt außerhalb des Aquariums zu eröffnen. (esk)