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Handy-Selbstbau-Projekt in Hamburg: bestücken, backen, telefonieren

Das Hamburger Fab Lab hat eine Handy-Fabrik zum Mitmachen errichtet. Laien und Experten löten gemeinsam – und diskutieren über faire Arbeitsbedingungen, dezentrale Produktion und Abhörsicherheit.

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Der Verein Fab Lab Fabulous St. Pauli hat am vergangenen Donnerstag in Hamburg eine Handy-Fabrik für Jedermann in Betrieb genommen. Besucher können ein Handy zum Telefonieren und Simsen aus rund 70 Einzelteilen selbst zusammenbauen. Die Fab-Lab-Mitglieder helfen beim Bestücken der Leiterplatte und Backen im "Pizza-Ofen". Nebenbei stoßen sie Diskussionen über Open Source, Abhörsicherheit und die Arbeitsbedingungen in der industriellen Handy-Produktion an.

Fabrica: Handys bauen in Hamburg (14 Bilder)

In Hamburg-St. Pauli steht ein seltsamer Pavillon.

An mehreren Abenden pro Woche vertiefen Referenten diese Themen in Vorträgen. Zum Beispiel geht es am heutigen Dienstag um die Faire Maus und kommende Woche um "Fab Labs als Plattformen für städtische Produktion". Bis zum 7. September hat die Fabrik geöffnet, allerdings sind die Workshop-Plätze für den Handy-Selbstbau schon ausgebucht. Für Anwohner soll es zusätzliche Workshops geben. Zuschauen kann man auch ohne Anmeldung, der Eintritt ist frei.

Beim Selbstbau-Handy handelt es sich um das DIY-Phone von David Mellis, das auf dem Arduino-GSM-Shield basiert. Das Hardware-Design und die Software kann man kostenlos herunterladen. Der GSM-Chip ist (wie bei allen Handys) eine "Black Box", man muss dem Hersteller also vertrauen.

Die Hamburger haben Mellis' Handy leicht modifiziert, unter anderem mit Kondensatoren aus konfliktfreiem Tantal aus dem Kongo. Die Materialkosten trägt die Stadt Hamburg, die Fab-Lab-Mitglieder arbeiten ehrenamtlich. (cwo)