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Hans Camenzind gestorben, der NE555 lebt weiter

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(Bild: Hans R. Camenzind)

Hans R. Camenzind, der Erfinder des weltweit meistverkauften integrierten Schaltkreises, dem NE555, ist tot. Wie die Website EETimes mitteilte, ist der Elektroingenieur am 8. August im Alter von 78 Jahren gestorben.

Der gebürtige Schweizer zog in den 1960er Jahren in die USA und studierte in Boston und Santa Clara. Er arbeitete für verschiedene Unternehmen der jungen Halbleiterbranche und entwickelte 1971 für die Firma Signetics (später Philips Semiconductors, heute NXP) den Timerchip NE555.

Der NE555 konnte zuvor diskret aufgebaute Schaltungen ersetzen und wurde ein großer Verkaufserfolg für Signetics. Nach der Markteinführung 1972 hatten bald auch alle anderen Chiphersteller einen 555-Klon im Programm. Auch nach 40 Jahren wird Camenzinds Chip immer noch hergestellt und als Taktgeber oder Kippstufe in Schaltungen eingesetzt.

NE555 im DIP8-Gehäuse, laut Aufdruck von Signetics in der 9. Kalenderwoche 1988 hergestellt.

(Bild: Windell Oskay, cc-by-2.0 )

Kaum eine Elektronik-Einführung kommt ohne ein 555-Projekt aus: Der traditionelle Chip ist auch bei jungen Elektronik-Tüftlern beliebt, die man ansonsten eher mit Digitaltechnik und Mikrocontrollern wie dem Arduino in Verbindung bringt. Mit Einsteiger-Schaltkreisen wie dem Mini-Synthesizer Atari Punk Console oder dem Quietsch-Bleistift Drawdio haben schon unzählige Anfänger das Löten gelernt. (phs)