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HealthyPi: Open-Source-Gesundheitssystem für den Raspi

Puls, Atmung und Sauerstoffgehalt im Blut – basierend auf dem Raspberry Pi hat ein indisches Team ein Open-Hardware-Gesundheitssystem geschaffen.

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Ein schwarzer Touchscreen mit elektronischen Bauteilen und Kabeln

(Bild: Protocentral)

Das Erheben und Auswerten und Gesundheitsdaten will die indische Firma Protocentral vereinfachen. Dazu hat sie ein Board als Raspberry-Pi-Aufsatz (HAT) entwickelt, das nun über Crowdsupply mitsamt dem nötigen Zubehör vorbestellt werden kann. Der HealthyPi kann die Atmung, den Puls, Sauerstoffgehalt des Bluts und die Temperatur überwachen und ein Elektrokardiogramm (EKG) erstellen.

Der HAT basiert auf einem ARM Cortex M0 und ist mit einem Arduino Zero Bootloader programmiert. Verbaut sind die ICs ADS1292R und AFE4490 von Texas Instruments, die Atmung und EKG sowie Puls und Sauerstoffsättigung auswerten. Dazu gibt es einen Fingerclip-Sensor für die optische Messung des Sauerstoffgehalts, einen kabelgebundenen Temperatursensor, ein Kabel mit drei Elektroden und 20 EKG-Elektroden zum Einmalgebrauch. Der HAT nutzt außerdem WLAN und Bluetooth des Raspberry Pi.

Der HealthyPi von oben

(Bild: Protocentral)

Die Firmware des HATs kann über die Arduino-IDE angepasst werden, später soll auch Atmel Studio 7 folgen. Für die Auswertung der erhobenen Vitalzeichen schlägt das Team das plattformunabhängige Processing vor. Mit der vorprogrammierten Auswertungssoftware könnten die Daten über MQTT über Clouddienste weiterverarbeitet werden. Insgesamt soll auch die Hardware-Dokumentation offen zur Verfügung gestellt werden.

Als Finanzierungsziel haben Protocentral nur einen Dollar angegeben, sodass es mit der ersten Zusage finanziert war. Da das Unternehmen bereits eine Reihe an anderen Elektronikprodukten herstelle und verschicke sei die Kampagne tatsächlich eine Vorbestellung. Insbesondere ist Protocentral auf Medizintechnik spezialisiert. So gibt es etwa in dem eigenen Shop ein selbstentwickeltes Open-Hardware-Pulssensorboard. Im Vergleich zu andere Crowdfunding-Plattformen, die sich als Startplattformen sehen, setzt Crowdsupply explizit auf den Vertrieb von Hardware über eine Kampagne hinaus.

Eine Revolution der Medizintechnik ist der HealthyPi an sich noch nicht: Er sei wie andere Produkte von Protocentral nicht für den Einsatz in Krankenhäusern gedacht, da sie dafür nicht zertifiziert seien. Stattdessen richtet sich das Unternehmen an Studierende, Hacker und Forscher, die Vitalfunktionen in Projekten einsetzen oder den HealthPi als Grundlage für eigene Entwicklungen nutzen wollen.

Ein Early-Bird-Kit ohne Raspberry Pi kostet 175 US-Dollar (156 Euro), während das komplette Kit mit Raspi, vorinstallierter Software, Touchscreen und Netzteil mit 369 US-Dollar (330 Euro) zu Buche schlägt. Später sollen die Kits 195 US-Dollar (175 Euro) beziehungsweise 395 US-Dollar (350 Euro) kosten. Hinzu kommen Zölle und Steuern, die Versandkosten sind bereits inbegriffen. (hch)