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Ikea geht gegen Möbel-Hacker-Webseite vor

Domain-Transfer oder Werbung abschalten: Der Möbelkonzern Ikea stellte die Betreiberin des Bastel-Blogs Ikea Hackers vor die Wahl.

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Der schwedische Möbelkonzern Ikea hat die Betreiberin des Blogs Ikeahackers abgemahnt. Nach Angaben von Jules Yap, die die Webseite vor rund acht Jahren in Betrieb nahm, soll sie den Domainnamen Ikeahackers.net an Ikea übergeben – oder ihren Blog in eine nicht-kommerzielle Seite umbauen. Derzeit finanziert sich die Seite durch Werbeeinblendungen, unter anderem für Zubehör für Ikea-Möbel.

Ikeahackers liefert Anleitungen, wie man bestehende Ikea-Möbel oder Accessoires umgestalten oder kombinieren kann, um sie für andere als die geplanten Zwecke einzusetzen. In c't Hacks 3/13 wird beispielsweise der Serviertisch Bekväm in eine Werkbank umfunktioniert.

Ikea-Hacker halten sich nicht an die Anleitung und bedienen sich im Möbelhaus wie in einem Baumarkt. Diese Werkbank war eigentlich ein Servierwagen.

Um die Domain nicht abgeben zu müssen, hat sich Yap dazu entschieden, die Werbung von der Seite ab dem 23. Juni zu entfernen. Sie suche aber nach eigenen Angaben nach einer Möglichkeit, das gesamte Projekt in eine andere Domain zu verschieben, die keine Markenrechte des Konzerns verletze. Derzeit kann man sich für eine Mailing-Liste anmelden, um über den Umzug informiert zu werden.

Yap bedauert das Vorgehen von Ikea. Insbesondere weil sie Ikea mit ihrer Arbeit ja eigentlich unterstütze, sei sie über die Abmahnung respektive die geforderte Unterlassungserklärung sehr enttäuscht.

Ob sich Ikea mit dem Schritt einen Gefallen getan hat, wird sich zeigen. In der Regel reagiert die Community bei derartigen Ansinnen von Groß gegen Klein empört – vielleicht macht Ikea bei zu viel negativer Resonanz ja einen Rückzieher. Die Manager des Möbelhauses wären nicht die Ersten, die durch Streisand-Effekt und Shitstorm zum Umdenken veranlasst würden. (dab)