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Industrieroboter als Künstler: Bob Rob bringt Bilder auf die Leinwand

Roboterarm Bob Rob macht vor, wie neue Gemälde entstehen und lässt die Werkstatt zum Atelier werden. Interessierte können ihn nachbauen und weiterentwickeln.

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(Bild: Awesome Technologies)

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Farbe, Leinwand, Pinsel – für das Malen braucht man nicht viel und auch Roboter können diese Kunst lernen. Doch sind künstliche Künstler tatsächlich "echte" Künstler? Das Projekt "Bob Rob" geht dieser Frage auf den Grund. Da es für das Ansteuern von Roboterarmen zum Malen von Bildern bisher keine Libraries gab, wurde das neuentwickelte Framework für Kunstprojekte außerdem als Open-Source-Projekt veröffentlicht. Interessierte aus Kunst und Makerszene sollen künftig eigene Ideen mit Roboterarmen einfach umsetzen können.

Grundlage des Projekts ist der Roboterarm UR5 von Universal Robots. Statt industrieller Werkzeuge hat er nun vier Pinsel in seiner "Hand", wofür das Bob-Rob-Team einen druckbaren Aufsatz entworfen hat. Um zu malen, nimmt er zunächst mit einem Pinsel Farbe aus dem passenden Topf auf und tupft überschüssige Flüssigkeit anschließend wieder in einem zweiten Topf ab. Mit diesem Aufbau aus mehreren Pinseln und Bechern fällt das Auswaschen des Pinsels weg. Auch die überschüssige Farbe kann anschließend weiter verwendet werden.

Paintrobot "Bob Rob" (4 Bilder)

Roboterarm vor Leinwand
(Bild: Awesome Technologies)

Weitere Details zu den Grundlagen des Malens mit einem Roboterarm gibt es in einem Whitepaper zum Nachlesen. Ebenfalls kostenlos herunterladbar sind die Dateien zum 3D-Druck des Pinselaufsatzes, Schnittvorlagen für den Becherhalter und die Python-Library zum Ansteuern des Roboterarms. Der Roboter ist ein Projekt der Start-ups Awesome Technologies und Tokeya Deep Data Dive aus Würzburg sowie der TU Delft. In Aktion war er im Juni 2019 bei den Kunsttagen Sommerhausen in der Nähe von Würzburg zu sehen.

(Quelle: Awesome Technologies)

Wer keinen Industrieroboter zur Verfügung hat, kann sich auch selbst einen Roboterarm bauen. Bastler Jochen Alt hat mit Walter einen kompletten Arm zum Selberdrucken und Programmieren geschaffen. Weil seine Bewegungen gezielt beschleunigt und gebremst werden, sieht Walter außerdem äußerst geschmeidig aus. (hch)