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KiCad 4: Platinen entwerfen mit Open-Source-Software

Wer zum Spaß Schaltungen entwickelt und Platinen entwirft, muss nicht zwingend die eingeschränkten Gratis-Versionen kommerzieller Software benutzen – mit KiCad gibt es eine ausgewachsene freie Alternative.

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(Bild: KiCad)

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KiCAD ist eine kostenlose, leistungsfähige Platinenlayout-Software zum Entwerfen und Entflechten von Leiterplatten mit bis zu 16 Kupferlagen – davon können etwa Nutzer der Gratis-Version des allgegenwärtigen Konkurrenten Eagle nur träumen. Allerdings erfordert die Software einige Geduld bei der Einarbeitung, denn innerhalb des Pakets hantiert man mit verschiedenen Programmen für Arbeitsgänge wie Entwurf der Schaltung und deren Layout. Zu den weiteren Besonderheiten zählt, dass es keine gemeinsame Teilebibliothek gibt, die Schaltzeichen und Bauform (Footprint) verwaltet – die Bauform und damit die Anordnung der Anschlüsse muss man jedem Bauteil im Schaltplan zuweisen.

Auch die integrierte 3D-Darstellung von bestückten Platinen soll KiCAD 4 realistischer gelingen.

Jetzt haben die KiCad-Entwickler nach über zwei Jahren mit Version 4.0.0 wieder ein stabiles Release ihres Schaltungsplanungs- und Platinenlayout-Pakets zum Download bei GitHub freigegeben, und eine der einschneidenden Neuerungen betrifft genau das Dateiformat, in dem die Footprint-Dateien gespeichert werden – das neue ist zu jenem der Vorversionen von KiCad nicht kompatibel. Außerdem haben einige Komponenten ihre Namen gewechselt, um neu eingeführten Konventionen zu genügen; deshalb muss man beim Migrieren alter Projekte auf KiCad 4 aufpassen. Dafür werden die neuen Bauform-Dateien ab jetzt zentral auf GitHub gepflegt, in Ordnern, deren Namen jeweils auf .pretty enden. Auch das Dateiformat für PCBs (Printed Circuit Boards, Platinenlayouts) hat sich verändert – neue Layouts lassen sich mit älteren KiCad-Installationen nicht mehr öffnen.

Zu den Highlights der neuen Version soll ein interaktiver ("push and shove") Router für das Layout der Leiterbahnen gehören; ein Video auf YouTube zeigt eine Vorabversion davon in Aktion:

Derzeit bekommt man die aktuelle Fassung von KiCad allerdings erst als Quellcode zum Selbstkompilieren. Fertige Binaries für Windows, Mac OS X sowie sechs Linux-Distributionen sollen in Kürze zur Verfügung stehen. (pek)