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Kostenloses 3D-Werkzeug von Autodesk: Meshmixer 3.0

Einst als krudes Werkzeug für bizarre 3D-Collagen gestartet, mauserte sich Meshmixer in den letzten Jahren zur universellen Software für die 3D-Druckvorbereitung und bearbeitet jetzt 3D-Objekte mit gemixten Materialien.

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(Bild: Screenshot aus dem verlinkten Video)

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Die prominentesten Neuerungen der frisch veröffentlichten Version 3.0 des kostenlosen 3D-Modellierprogramms Meshmixer von Autodesk dürften die Werkzeuge zur Vorbereitung von 3D-Drucken mit mehreren Materialien sein. So lassen sich auf der Polygonoberfläche eines importierten 3D-Modells Bereiche markieren und dann das gesamte Objekt in einen sogenannten Complex umwandeln. Der besteht aus Volumenmodellen mit innerer Struktur. Genau das kann zwar beim 3D-Druck mit einem Material massive Probleme bereiten, fürs Materialisieren auf einer Maschine mit zwei oder mehr Düsen oder auf einem Profi-System mit digitalen Wunschmaterialien hingegen ist eine solche Vorlage zwingende Voraussetzung. Meshmixer verleiht der markierten Oberflächenpartie das gewünschte Volumen und spart es aus der großen Form aus.

Zu den weiteren Neuheiten zählt ein Werkzeug, mit dem man ein 3D-Modell – zum Beispiel ein per Photogrammetrie digitalisiertes reales Objekt – auf die originalen Maße bringt: Einfach den Abstand zweier markanter Punkte in der Realität messen, beide Punkte im 3D-Modell mit einer Linie verbinden und dann den Abstand dafür eingeben. Außerdem erzeugt Meshmixer auf Wunsch von 3D-Modellen Abwicklungen, die als 2D-Grafik im Vektordatenstandard SVG exportiert und anschließend zum Beispiel auf dem Lasercutter (oder von Hand) aus Sperrholz, Acrylglas oder Karton ausgeschnitten werden können. Auf diese Weise kann man mit Hilfe von Meshmixer auch dann zu realen Objekten kommen, wenn man keinen 3D-Drucker zur Hand hat.

3D-Druck

Der Sammelbegriff 3D-Druck steht heute für ein ganzes Bündel von Fertigungstechniken, die nach unterschiedlichen Prinzipien funktionieren und sich jeweils nur für ganz bestimmte Materialien eignen. Ihr gemeinsamer Nenner: Alle Verfahren bauen dreidimensionale Objekte, indem sie Material in dünnen Schichten auftragen und verfestigen.

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Meshmixer 3.0 läuft unter Windows und Mac OS X und steht zum kostenlosen Download bereit. Seit Version 2.7 gibt es Meshmixer auch für Linux, die neueste Ausgabe für dieses Betriebssystem trägt derzeit allerdings die Nummer 2.9.

Die Software Meshmixer gibt es seit mindestens 2011, war aber seinerzeit nur mit viel Hingabe und Frustrationstoleranz zu benutzen. Mit Version 2 wurde im Jahr 2013 die Bedienoberfläche komplett und nutzerfreundlich umgestaltet. Seitdem ordnet Autodesk die Anwendung dem 123D-Angebot zu, das neben den von der Firma selbst entwickelten Werkzeugen auch einige übernommene Angebote versammelt wie den Online-Schaltungsplaner Circuits.io (jetzt 123D Circuits) und den 3D-Konstruktions-Webdienst Tinkercad.

Dass Meshmixer in diesem Reigen noch nicht ganz angekommen ist, zeigt sich zum einen am unveränderten Namen der Software – ohne den Zusatz 123D. Zum anderen gibt es nach wie vor zwei Webseiten zur Anwendung: Die aktuelle Version bekommt man sowohl über 123Dapp als auch bei meshmixer.com. Dort wird als Hersteller inzwischen Autodesk Research genannt, aber an einer Strategie zur Kommunikation neuer Versionen hapert es offensichtlich: Wurde man bisher über Meshmixer-Neuheiten recht zuverlässig auch über das 123D-Blog informiert, ist dort derzeit noch nichts über die neue Version 3.0 zu erfahren. (pek)