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Maker Faire Berlin: Roboterinvasion im Kinderzimmer

Nicht nur große, sondern auch kleine Kinder können dank offener Hardware-Schnittstellen in faszinierende Spielwelten eintauchen, wie einige Aussteller auf der ersten Berliner Maker Faire beweisen.

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Die insektenartigen Roboter von Zoobotics bestehen aus Pappe.

(Bild: Herbert Braun)

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Ist es Lego? Oder Fischer-Technik? Nein: Die Tinkerbots orientieren sich zwar an bekannten Baukastensystemen, weisen aber ein paar spannende Eigenheiten auf. So können bereits Kinder ab 6 Jahren ihre eigenen Hunde, Rennautos und Kräne bauen, weil die Tinkerbots die Bewegungsabläufe nachmachen können, die man ihnen durch Drehen ihrer Gelenke vorgemacht hat. Ansonsten lassen sie sich aber auch per Bluetooth und App (Android oder iPhone) fernsteuern. Zentrale Einheit ist das "Powerbrain", das CPU, Akku, Bluetooth-Empfänger, USB-Anschluss, Tonausgabe und Bedienelemente vereint. Daran lassen sich die mitgelieferten Motoren, Servos oder Sensoren anschließen – oder andere Arduino-Hardware. Über Adapter lassen sich auch Lego-Teile anbauen. Das kleinste Einsteigerset kostet 169 Euro. Vier Jahre nach seiner Gründung will das Startup aus Bernau bei Berlin noch dieses Jahr auf den Markt kommen, pünktlich zum Weihnachtsgeschäft.

Die elektronische Holzfigur Vai Kai von außen ...

(Bild: Herbert Braun)

Die Puppen von Vai Kai findet sicher nicht nur die Zielgruppe der vier- bis neunjährigen Kinder niedlich. Die Idee des Berliner Startups: ein hackbares elektronisches Spielzeug, mit dem Kinder kommunizieren können – und zwar ohne Bildschirm.

... und von innen.

(Bild: Herbert Braun)

Die Holzpuppen reagieren auf zartes Streicheln, indem sie die Farbe ihrer LED wechseln und Töne abspielen. Über Bluetooth bleiben sie in Verbindung. So beschleunigt sich der Vibrationsmotor- "Herzschlag", wenn sich zwei befreundete Vai Kais einander nähern. Das klappt auf Entfernungen von bis zu 30 Metern. Über eine mitgelieferte App bleiben die Puppen auch in beliebiger Entfernung in Kontakt. Nächstes Jahr soll es die Vai Kais zu kaufen geben; 139 Euro soll ein Paar kosten, eine einzelne 89 Euro.

Maker Faire

Das Technik- und Kreativfestival für die ganze Familie. Hier kommen alle auf ihre Kosten, die gerne basteln, bauen, erfinden, experimentieren, tüfteln, handwerken und recyclen. Eine Maker Faire inspiriert zum kreativen und spielerischen Umgang mit Materialien und Technik und lädt zum Gespräch mit Gleichgesinnten ein. Vor allem dürfen die Besucherinnen und Besucher auch selbst mit anfassen und Sachen ausprobieren: bei zahlreichen Mitmach-Aktionen wie Experimenten, Workshops oder Kunstprojekten.

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Angefangen haben die Macher von Zoobotics vor vier Jahren mit Robotern aus Blech – bis sie feststellten, dass es mit 3 Millimeter starker Hartpappe viel einfacher geht, neue Modelle zu entwerfen. Die an Insekten oder Krebse erinnernden Papp-Bots (siehe Bild oben) sind um eine Standard-Zelle herum gebaut, die sich nach und nach mit Standard-Arduino-Komponenten erweitern lässt. Ambitionierte Bastler mit Zugang zu einem Lasercutter könnten sich mit den Bauanleitungen und Vorlagen ihre eigenen Zoobotics bauen – und vielleicht ist das auch der Weg, auf dem das Freizeitprojekt zweier Industriedesigner und eines Entwicklers weitergehen wird.

Noch bis Sonntag um 18 Uhr können Maker und andere Neugierige auf der ersten Maker Faire Berlin diese und weitere Stände im Postbahnhof am Ostbahnhof besuchen. Den Stand des Make Magazins finden Sie im Obergeschoss (Nr. 79). (Herbert Braun) / (pek)