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Maker-Marginalien: Buntes aus der DIY-Welt kurz gemeldet

Was sonst noch so war: Fliegende Haie mit Gedankenkraft steuern, Joggen mit Jetpack, ein Iglu für den Mars, Roboterschaben und das Internet der Dinge, auf einen einzigen Schalter reduziert.

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Die Stempelmaschine von Martin Hertig setzt Einträge in ein Formular aus Gummilettern zusammen, die außen am großen Rad sitzen.

(Bild: Martin Hertig)

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Wie viele Gehirne braucht man, um einen fliegenden Hai zu steuern? Fünf – das ist zumindest die Zahl der Köpfe, die man bei OpenBCI für diesen Zweck zusammengesteckt hat. Die Gruppe entwickelt ein quelloffenes Brain Computer Interface (kurz: BCI), also eine Hardware-Schnittstelle, um Dinge mit der reinen Gedankenkraft zu steuern. Im Video sieht man, dass die Kontrolle über den Hai erfordert, dass jeder der Beteiligten sich auf eine Bewegung konzentriert, deshalb braucht man fünf Gleichgesinnte für dieses Experiment.

Maker-Marginalien

Endlich Wochenende! Aber auch in dieser Woche ist in der Maker-Welt wieder so vieles spannende, lustige und anregende passiert, dass wir es gar nicht alles in unseren aktuellen Make-Meldungen unterbringen konnten. Deshalb hier in aller Kürze, was sonst noch war.

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Der Schweizer Martin Hertig hat drei selbstgebaute Maschinchen auf Basis des Open-Source-Mini-Plotters Piccolo CNC zu einer interaktiven Kunst-Installation namens Sensible Data kombiniert, die eine Art Pass erzeugt, der persönliche Daten enthält. Nachdem man ein Selfie gemacht hat, zeichnet die erste Maschine ein Porträt auf Grundlage des Fotos; dann schickt man eine Mail an die Anlage, woraufhin per Algorithmus die eigene Stimmung, das Alter, das Geschlecht sowie die Schönheit geschätzt wird. Alle Daten werden durch eine Stempelmaschine, an deren großem Rad einzelne Buchstaben aufgereiht sind, in ein Formular eingetragen. Durch "Drücken eines dubiosen Knopfes" willigt man ein, dass der Datensatz per Mail an einen anderen Nutzer der Installation geschickt wird (Kriterium für den "Match" ist die Anzahl der Linien, die für das Porträt nötig waren) und bekommt die Quittung in Form eines hübschen Bestätigungsstempels.

Von einem Video-Streaming-Anbieter wie Netflix würde man ja weniger erwarten, dass er Bauanleitungen für internetfähige Dinge verbreitet, aber genau das ist jetzt passiert. Das schlicht "Switch" genannte Gerät besteht aus einem Holzgehäuse mit einem einzigen Knopf auf der Oberseite. Je nachdem, wie man ihn programmiert, soll er das Licht dimmen, den Fernseher anschalten, das Telefon auf lautlos stellen und die Lieblingspizza beim Bringdienst ordern – bei Bedarf auch alles gleichzeitig.

So könnte das Mars-Iglu aussehen.

(Bild: Mars Ice House)

Houston, we have a winner: Der NASA-Wettbewerb, bei dem die besten Entwürfe für Habitate auf fremden Planeten – insbesondere dem Mars – gesucht werden, die sich mit Hilfe von additiven Fertigungstechniken (also 3D-Druck) herstellen lassen, ist zuende. Auf der Maker Faire in New York wurden die Erfinder des Mars Ice House als Sieger gekürt. Ihre Idee: Ein gigantischer 3D-Drucker soll aus Eis eine Art exterrestrisches Iglu errichten. Wasser als Baumaterial scheint es auf dem roten Planeten ja zu geben.

Es scheint aktuell irgendwas in der Luft (oder im Wasser?) zu liegen, das Wissenschaftler und Ingenieure dazu treibt, Roboter zu bauen, die sowohl fliegen als auch tauchen können. Erst kürzlich schrieben wir hier über Flimmer – die Drohne, die ein fliegendes U-Boot ist – jetzt haben auch die Harvard-Forscher ihrer winzigen RoboBee das Tauchen beigebracht:

Und hier noch ein Video mit etwas mehr Wissenschaft:

Bleiben wir noch etwas bei Roboterforschung: In den dunklen Ecken mancher Labore enstehen ja die erstaunlichsten künstlichen Lebensformen. Aus siebenmonatiger Brutzeit an der Immanuel Kant Baltic Federal University in Kaliningrad ist dieses Prachtexemplar einer Roboterschabe hervorgegangen. Angeblich kann es bis zu 10 Gramm Nutzlast tragen, der Akku soll 20 Minuten halten.

Wie bei den Maker-Marginalien der vergangenen Woche hören wir auch diesmal mit reichlich Lärm auf. Jason Kerestres hat nicht weniger als ein Jetpack entwickelt – allerdings keines, mit dem man sich in die Lüfte erheben kann. Stattdessen schiebt es einen Läufer voran, um ihn schneller zu machen. Dafür braucht man kein Düsentriebwerk, zwei elektrisch betriebene Turbinen reichen. Wer selbst nicht joggen will, lässt sich von Technik treiben. Schönes Wochenende!

(pek)