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Mammoth Beat Organ: die modulare Zwei-Mann-Musik-Maschine

Hier ist alles Handarbeit: ein Musiker-Duo hat seine überlebensgroße Orgel erst per Hand zusammengebaut und auch im Betrieb wird ständig weitergeschraubt.

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Mammoth Beat Organ: die modulare Zwei-Mann-Musik-Maschine

Wenn die Mammoth Beat Organ loslegt, drehen sich Fahrradreifen, pfeifen Metallflöten und eine Reihe von Holzstäbchen hämmert auf Schlaginstrumente ein. Ganz passend beschreiben die Erfinder und Maschinenbediener Graham Dunning und Sam Underwood ihr neu entwickeltes Gerät daher als Musikfabrik. Zu zweit und mit viel Handarbeit entlocken sie der Maschine und ihren diversen Blasebälgern und Ventilen wechselnde Melodien. Wie das funktioniert, demonstrieren sie mit einem Clip, der irgendwo zwischen Musikvideo und Fake-Doku anzusiedeln ist.

Zusätzlich gibt es einen Blick Behind the Scenes. Darin berichten Dunning und Underwood von der langwierigen Recherche, die in den Bau geflossen ist. So haben sie als Inspiration zunächst historische Bücher und Dokumente über die Herstellung von Instrumenten angeschaut. Die anschließende Suche nach passenden Bauteilen gestaltete sich manchmal schwierig. Experimentiert haben sie etwa mit einem Motor aus einem Laufband und Ventilen von Toiletten. Andere Teile besorgten sie schließlich von einem Agrarmaschinenhersteller. Bis zum ersten geplanten Auftritt im Juli wurde die Musikfabrik schließlich so knapp fertig, dass die Zeit nur zu einer Probe reichte.

Dunning macht schon länger ausgefallene Musik mit eigens konstruierten Maschinen. Sein Instrument "Mechanical Techno" ist quasi ein Stapel mehrerer Plattenspieler, die über weitere, angebaute Klangerzeuger jeweils unterschiedliche Melodien spielen. Zu den verwendeten Bauteilen gehören Kuhglocken, Piezo-Mikrofone und Reagenzglashalter aus dem Chemielabor.

Mit der Mammoth Beat Organ wollen Dunning und Underwood im kommenden Jahr auf Tour gehen. Dabei wollen sie auch ihre Orgel weiterentwickeln und neue Module bauen. Wer das Instrument ausleihen möchte, hat allerdings Pech gehabt. Durch die vielen austauschbaren Teile sei es durchaus gefährlich, ohne gründliche Einweisung an der Maschine zu schrauben. (hch)