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Manifold: Bordrechner für die Entwicklerdrohne DJI Matrice 100

Je mehr sich Quadrocopter vom Spielzeug zu fliegenden Serviceplattformen mausern, desto mehr ist die Bord-Hardware gefordert. DJI legt mit einem Set-Top-Rechner im Format einer quadratischen Schokoladentafel nach.

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Drohne

(Bild: DJI)

Die Firma DJI, Hersteller von Quadrocoptern wie der Phantom und der Inspire, hat einen speziellen Mini-Rechner vorgestellt, der an Bord der Entwicklerdrohne Matrice 100 in die Luft gehen soll. Der Rechner namens Manifold ist mit einem Tegra K1 von Nvidia mit vier Cortex-A15-Kernen ausgestattet, der zum Beispiel auch im Tablet von Googles Projekt Tango oder im Nexus 9 steckt, sowie einer CUDA-tauglichen GPU mit 192 Kernen.

Das soll für aufwändige Algorithmen reichen, die etwa für die Verarbeitung von hochaufgelösten Live-Kamerabildern und zur Objekterkennung nötig sind. Damit die Programmierer dabei das Rad nicht neu erfinden müssen, läuft auf Manifold ein Ubuntu als Betriebssystem, das neben CUDA auch die Bildverarbeitungsbibliothek OpenCV und das Roboter-Framework ROS unterstützt. Außerdem stellt DJI ein eigenes SDK zur Verfügung.

Quadratisch, praktisch, flugtauglich: der Drohnen-Bordrechner Manifold von DJI.

Der Mini-Rechner soll einen maximalen Energiebedarf von 15 Watt haben, wenn alle vier Kerne aktiv sind – sind nur triviale Sachen zu berechnen, lassen sich bis zu drei Cores abschalten. Das Gewicht soll weniger als 200 Gramm betragen. Die Grundfläche des Manifold misst 11 cm im Quadrat, das Gehäuse ist 2,6 Zentimeter hoch – und mit Schnittstellen gepflastert: USB, Ethernet, Mini-PCIe, HDMI, UART, SPI und I2C erlauben den Anschluss diverser Sensoren, zusätzlich gibt es proprietäre Ports speziell für den Kontakt zur Drohne Matrice 100, insbesondere deren Kamera.

Den Quadcopter Matrice 100 hat der Hersteller DJI bereits im Juni vorgestellt. Er ist speziell für Software- und Hardware-Entwickler gedacht, die auf dieser fliegenden Plattform Sensoren und Anwendungen testen wollen – falls die Bordmittel dazu nicht reichen, soll der Manifold in die Bresche springen. Der Matrice soll über ein Kilogramm Nutzlast tragen können und je nach Beladung und Akku bis zu 22 Meter pro Sekunde schnell oder bis zu 40 Minuten lang fliegen können. Eigens für den Matrice 100 hat DJI zudem ein Kollisionsvermeidungssystem namens Guidance entwickelt, das dank einer Kombination aus Ultraschallsensoren und Kameras die Drohne permanent mit detaillierten Informationen über ihre Umgebung versorgen soll.

Der Mini-Rechner Manifold kostet 550 Euro, der Quadrocopter Matrice 100 kostet 3600 Euro und das Erkennungssystem Guidance nochmal 1100 Euro. Angesichts dieser Preise muss man es schon ernst meinen, wenn man mit dieser Ausstattung in die Drohnen-Anwendungs-Entwicklung einsteigen will. Ein kleiner Trost: Mit dem SDK von DJI kann man auch Steuerungen für die Consumer-Quadrocopter des Herstellers programmieren, etwa um die Kamera einer Phantom mit dem Mobiltelefon zu steuern. (pek)