Mit seriellem Plotter: Arduino-Mikrocontroller-IDE 1.6.6

Der US-Ableger des Arduino-Projekts bietet Programmierern seiner Arduinio- und Genuino-Boards in der neuen Version der Entwicklungsumgebung einen integrierten Graph-Plotter und eine neue USB-Architektur.

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(Bild: Arduino.cc)

Von
  • Peter König

Der US-Zweig des Microkontroller-Projekts Arduino hat auf seiner Webseite Arduino.cc Version 1.6.6 der Entwicklungsumgebung Arduino IDE zum Download freigegeben. Die augenfälligste Neuerung dürfte der eingebaute serielle Plotter sein: Fügt man in den loop() seines Arduino-Sketches eine Zeile wie

Serial.println(analogRead(A0)); 

ein, erscheint die Darstellung des an Pin A0 anliegenden analogen Signals als Graph in einem eigenen Fenster. Aber auch für alle, die Fenster und GUIs in manchen Fällen für überflüssig halten, gibt es was neues: Der Arduino Builder ist ein Kommandozeilen-Tool, das Code kompiliert, Bibliotheken einbindet und dabei die Spezifikationen des konkreten Arduino-Zielboards auswertet. Dabei soll der Arduino Builder auch mit kompatibler Hardware anderer Hersteller klarkommen, sofern diese die Eigenschaften ihrer Boards in vorgegebener Form in einem Zip-Archiv liefern, das im hardware-Ordner der jeweiligen Arduino-Installation abgelegt wird.

Arduino: Mikrocontroller für Quereinsteiger

Der Name Arduino bezeichnet sowohl ein einfaches, günstiges Mikrocontroller-Board als auch die zugehörige Programmiersprache und das Entwicklungswerkzeug.

Dank Änderungen in der Systemarchitektur, die die Entwickler als Pluggable USB Core bezeichnen, soll es jetzt deutlich einfacher sein, auf seinem Arduino ein Gerät aufzubauen, das von einem über USB verbundenen Rechner zum Beispiel als Massenspeicher oder als HID (Humand Interface Device) wie Maus oder Tastatur akzeptiert wird. Dadurch wird es deutlich einfacher, ein selbst konzipiertes und aufgebautes Eingabegerät mit beliebigen Sensoren für die Bedienung von Standardsoftware auf dem PC zu benutzen.

Neben einigen weiteren speziellen Änderungen, die etwa den Einsatz des Arduino als In-System-Programmer erleichtern oder Library-Entwicklern den direkten Zugriff auf ihre mitzuliefernden integrierten Beispiele erlauben, haben die Entwickler nach eigenen Angaben für Version 1.6.6 über 700 Bugs gefixt.

Seit sich die ursprünglichen Initiatoren des Arduino-Projekts in zwei Firmen aufgespalten haben, die sich auch vor Gericht beharken (Details siehe erster Link im Kasten rechts), gibt es zwei offizielle Arduino-Webseiten: die schon länger bekannte arduino.cc von Arduino LLC, dem US-amerikanischen Ableger, sowie arduino.org, betrieben von Arduino S.R.L. aus Italien. Auf beiden Webseiten gibt es die Arduino-IDE zum Download, allerdings nicht in derselben Version: Während die Entwicklungsumgebung der Amerikaner jetzt bei 1.6.6 steht, hat arduino.org die Versionsnummer in seinen eigenen Branch inzwischen auf Version 1.7.7 gehievt und entwickelt Parallel eine neue Programmierumgebung namens Arduino Studio.

Arduino LLC, die Firma vom Massimo Banzi, David Cuartielles, David Mellis und Tom Igoe vertreibt die Mikrocontroller-Boards in den USA unter dem Namen Arduino, im Rest der Welt aus namensrechtlichen Gründern mit der Bezeichnung Genuino. Bei dieser Firma sind vier der fünf ursprünglichen Arduino-Gründer an Bord. Der fünfte, Gianluca Martino, betreibt in Italien das konkurrierende Unternehmen Arduino S.R.L., die früher Smart Projects S.R.L. hieß und seit zehn Jahren den Großteil der weltweit verkauften Arduino-Platinen (erkennbar am Aufdruck "Made in Italy") herstellt. (pek)