Menü
Make

NeTV2 und DIY-Mikroskope – neue Crowdfunding-Projekte für Maker

Ein neues FPGA-Board, Mikroskope für Citizen Science oder Elektronik für Escape Rooms – auf den Crowdfundingseiten gibt es immer Projekte zu entdecken.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen
NeTV2-Board auf einem Raspberry Pi

(Bild: Crowdsupply)

Mehr Offenheit in der Wissenschaft, Innovationen bei digitalen Videos und Elektronikbausätze für individuelle Unterhaltungssysteme mit 80er-Charme versprechen aktuell einige Projekte auf den Plattformen für Schwarmfinanzierung. Auch wer kein Geld investieren möchte, findet dort vielleicht die eine oder andere Idee.

Um auch winzig kleine Dinge wie Bakterien, Amöben und Staubpartikel mehr in den Blick zu bekommen, hat die Open-Source-Community Public Lab ein günstiges Mikroskop zum Selberbauen entwickelt. Die Bestandteile gibt es derzeit in verschiedenen Kits auf Kickstarter. Insbesondere Umweltschutzgruppen sollen damit arbeiten und das Projekt weiterentwickeln.

In der günstigsten Ausführung wird eine Webcam mit Alltagsgegenständen zum Mikroskop zusammengebaut, das Objekte ab 5 Mikrometern erkennt. Wer noch kleiner gehen möchte, kann die Linsen mit 20-, 40- und 100-facher Vergrößerung oder eine Raspberry-Pi-Kamera dazu nehmen.

Das zusammengebaute Mikroskop von Public Lab

Das Intro-Kit gibt es für 54 Euro (inklusive Versand), mit besseren Linsen und der Pi-Kamera werden die Kits teurer, bis hin zum Deluxe Pi Camera Kit. Dieses kostet 236 Euro und beinhaltet drei weitere Linsen und die Pi-Kamera. Mit dem Classrom Kit gibt es auch sechs Intro Kits mit Zubehör wie Glasträgern für rund 267 Euro. Das Finanzierungsziel von 17.000 Euro ist bereits weit übertroffen, die Kampagne läuft noch bis zum 27. Juni.

Das Video-Development-Board NeTV von Andrew "bunnie" Huang gibt es jetzt in Version 2 als FPGA-basiertes Board. Mit dem NeTV2 können Pixel über verschlüsselte Fernsehsignale gelegt werden, ohne den Kopierschutz und damit Gesetze zu verletzen. Damit will Huang die Entwicklung von Apps wie Echtzeitübersetzungen, Werbeblockern und Technologien für Barrierefreiheit vorantreiben, die für digitale Videos derzeit kaum existieren. Zusammen mit der Electronic Frontier Foundation (EFF) klagt er in den USA derzeit auch gegen das Kopierschutzgesetz.

Das Open-Source-Board nutzt den FPGA-Chip Xilinx XC7A35T bzw. den leistungsfähigeren XC7A50T, der allerdings nur im Rahmen der Kampagne erhältlich ist. Es verfügt über 512 MB DDR3 RAM und unterstützt bis zu zwei Video-Eingänge und zwei Ausgänge. Im Classic Mode kann es auf einen Raspberry Pi gesteckt werden und verschlüsselte Pixel über Videos legen. Für den Libre Mode muss es über PCIe in einem Desktoprechner verwendet werden und soll die Bearbeitung unverschlüsselter Videosignale ermöglichen.

Für 198 Euro (inkl. Versand) ist das Board mit Spannungsversorgung auf Crowdsupply zu haben. Die Crowdfunding-Kampagne hat das Finanzierungsziel von 15.000 US-Dollar bereits doppelt erreicht und läuft noch bis zum 29. Juni. Nach ihrem Ende wird das Board auf Crowdsupply 15 US-Dollar mehr kosten, aber weiter erhältlich sein.

Mit piepsigen Tönen und flackernden Laserstrahlen kommen bei dem neuen Projekt von Extrem-Crowdfunder Patrick Thomas Mitchell Erinnerungen an die 80er Jahre auf. Nach sprechenden Arduino-Modulen gibt es in der neuesten Kampagne verschiedene Kits für Entertainmentsysteme vorzubestellen – ob Zielpraxis für Paintballhallen oder Laserdetektoren für Escape Rooms. Zielgruppe sind außerdem "die coolsten Eltern der Nachbarschaft".

Die Lasermodule spannen über den Holzrahmen ein "Sicherheitsnetz" wie es in jedem guten Heist-Movie um die teuersten Diamanten aufgespannt wird.

(Bild: Kickstarter)

Zu den Komponenten gehören Lasermodule, V-Tag-Sensoren, ein RFID-Lesegerät, ein Tastenfeld und die nötige Steuerelektronik. Mit sechs vorprogrammierten Spielen müssen Backer die Hardware nur noch in ihr Projekt einbauen. Preislich liegen die Kits zwischen 87 und 804 Euro (inklusive Versand). Die Kampagne läuft noch bis zum 18. Juli und ist derzeit knapp zur Hälfte des Ziels von 1560 Euro finanziert. (hch)