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Neue 3D-Drucker und -Scanner auf der Inside 3D Printing

Auf der Fachmesse in Berlin zeigten Fabbster, BigRep und Fuel3D erstmalig ihre neuen Produkte. Die Drucker werden billiger und größer, die Scanner einfacher zu bedienen.

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Am Rande der internationalen Fachkonferenz Inside 3D Printing im Berliner Estrel-Hotel präsentieren noch am heutigen Dienstag rund 25 Firmen ihre Drucker, Scanner und Dienstleistungen.

Der deutsche Hersteller Sintermask zeigte seinen bunten Fabbster erstmalig in der neuen Version "Fabbster for Makers": Für etwa 400 Euro sind alle mechanischen Teile des 3D-Druckers als Bausatz zu bekommen, jedoch nicht die zugehörige proprietäre Steuerelektronik. Stattdessen sollen die Käufer die Achsen mit einer günstigen Open-Source-Lösung wie dem RAMPS-Board ansteuern. Der Druckkopf wurde so modifiziert, dass er marktübliches 3-mm-Filament anstelle der Fabbster-eigenen Kunststoff-Sticks verarbeitet. Abgesehen davon entsprechen die Leistungsdaten dem Standardmodell. Sintermask sieht vor allem Schulen und Unis als Zielgruppe und stellt demnächst fünf deutschen FabLabs einen "Fabbster for Makers"-Drucker zur Weiterentwicklung zur Verfügung.

Inside 3D Printing (12 Bilder)

Fabbster for Makers

Bekannter Drucker, neue Steuerung: Fabbster will der Open-Source-Gemeinde nun doch entgegenkommen: Mit einem Bausatz, der Standard-Filament verarbeitet und die Wahl der Steuerung offen lässt.

Am Stand des FabLab Berlin stellte die Gruppe Laydrop ihren 3D-Drucker i3 Berlin vor, eine Weiterentwicklung des Open-Source-Geräts Prusa i3. Alle Metall- und Kunststoffteile des Druckers werden auf den Geräten des FabLabs hergestellt. Der i3 Berlin druckt im FDM-Verfahren mit ABS- und PLA-Kunststoffen mit einer Auflösung von 0,1 mm, hat ein beheiztes Druckbett und nimmt 3D-Modelle direkt per SD-Karte entgegen. Das Gerät kostet als Bausatz 960 Euro (auf Wunsch inklusive zweitägigem Aufbau-Workshop) oder 1290 Euro als Fertiggerät.

Nicht weit vom FabLab im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg entfernt ist das 3D-Druck-Café DimensionAlley, das sich ebenfalls auf der Messe präsentierte. Hier gibt es 3D-Drucker, britisches Essen und den angeblich "besten Kaffee" Berlins. Vor allem Kinder sollen hier an die Technik herangeführt werden: Besucher im Kita-Alter dürfen sich ihr Wunsch-Objekt aussuchen und beim Druck zusehen, Schulkinder lernen mit 3D-Software, wie sie eigene Modelle gestalten. Erwachsene, die bei einem Kaffee auf den Druck ihrer mitgebrachten Datei warten, sind natürlich auch willkommen.

Der BigRep aus Berlin sieht auf Pressebildern aus wie ein üblicher 3D-Drucker für den Schreibtisch, ist aber ein wuchtiger Alu-Würfel mit 1,60 m Kantenlänge. Er druckt im FDM-Verfahren Objekte, die etwa einen Kubikmeter groß sein können. Sein Erfinder, der Industriedesigner Lukas Oehmingen, benötigte einen so großen Bauraum für seine eigenen Kunstobjekte. Die Suche nach einer passenden Maschine führte zum Eigenbau BigRep, der nach einer zweijährigen Konstruktionsphase ab sofort verfügbar ist. Ein Exemplar kostet 29.000 Euro.

Die Profi-3D-Scanner-Firma Artec zeigte ihr Consumer-Produkt Shapify Me. Mit der kostenlosen Software für Windows und OS X und einer Kinect-Kamera lassen sich einfach farbige 360-Grad-Scans von Menschen anfertigen. Da keine zweite Person zur Bedienung gebraucht wird, nennt Artec diese Scans auch "3D-Selfies". Gelungene Scans können per Klick zu Shapify hochgeladen werden, diese werden dann für 79 US-Dollar vom Dienstleister Sculpteo auf Pulverdruckern von 3D Systems hergestellt und per Paket zugeschickt. Unter dem Namen "Shapify Pro" gibt es diesen Service auch für Wiederverkäufer. Artec hofft hier auf Einzelunternehmer, die mit Kinect und Laptop mobile Scan-Services anbieten wollen.

Der 3D-Scanner Fuel3D erinnert an einen Lenkrad-Controller für Rennspiele, scannt aber in nur einer Sekunde Form und Farbe zum Beispiel eines menschlichen Gesichts ein. Dazu erleuchten nacheinander drei Blitze das zu erfassende Modell, das von zwei Kameras erfasst wird. Mehrere Aufnahmen lassen sich automatisch zu einem vollständigen Scan zusammensetzen. Fuel3D hat eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne im vergangenen Jahr hinter sich und ist der Nachfolger eines 3D-Scanners, der zu medizinischen Zwecken an der Uni Oxford entstand. Der rund 1200 Euro teure Scanner wird erst ab September ausgeliefert, in Deutschland exklusiv über die Firma Formicum 3D-Service, die auch die Papier-3D-Drucker von Mcor vertreibt. (phs)

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