Menü
Make

Odroid-Go: Bastel-Game-Boy mit ESP32 zum Odroid-Geburtstag

Der neue Odroid-Go erinnert nicht nur äußerlich an den Game Boy. Im hackertauglichen Bausatz steckt allerdings der WLAN-Mikrocontroller ESP32.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 24 Beiträge
Spielekonsole Odroid Go auf ESP32-Basis

Die Odroid-Macher von Hardkernel feiern mit dem Odroid-Go ihr zehnjähriges Jubiläum. Heutzutage verbindet man den Namen Odroid in erster Linie mit leistungsstarken Alternativen zum Raspberry Pi. Doch als 2009 der erste Odroid erschien war es kein Einplatinenrechner, sondern eine Handheld-Spielekonsole auf Android-Basis. Das Gerät war entwicklerfreundlich als offene Hardware mit quelloffener Software konzipiert – der Name Odroid stand für "Open-Droid".

Sieht aus wie ein Gameboy, kann aber weitaus mehr: Der Odroid-Go.

(Bild: Hardkernel)

Mit dem Jubiläums-Odroid kehrt Hardkernel nun zu den Anfängen zurück – jedenfalls teilweise. Wie beim Vorbild handelt es sich beim Odroid-Go um eine mobile Konsole. Da im Kern jedoch der WLAN-fähige Mikrocontroller ESP32 von Espressif werkelt, bewegt man sich auf einer zu Android und Linux grundverschiedenen Plattform.

Konsolen-Emulator

Mit der entsprechenden Firmware emuliert der Odroid die klassischen Konsolen Game Boy, Game Boy Color, Game Gear, das Nintendo Entertainment System und das Sega Master System. Dafür greift Hardkernel auf bestehende Open-Source-Emulatoren zurück, die bereits für den ESP32 portiert wurden (etwa gnuboy oder SMS Plus). Die Spiele lädt der Emulator von einer Micro-SD-Karte. Um die Quellen für die ROMs muss man sich selbst kümmern – typisch für Retro-Gaming bewegt man sich in einer rechtlichen Grauzone.

Insgesamt ähnelt die Idee dem nur schlüsselanhängergroßen Pocket Sprite. Im Unterschied zu diesem absoluten Winz-Gameboy misst der Odroid-Go etwa 12 cm × 8 cm und hat ein 2,4-Zoll-Display (320 × 240 via SPI). Das dürfte weitaus daumen- und augenfreundlicher sein, entspricht es doch von der Größenordnung her eher den klassischen Gameboys.

Der crowdfinanzierte Pocket Sprite ist nicht von Hardkernel. Technisch sind der Odroid-Go und der Pocket Sprite jedoch eng verwandt: Beide basieren auf einem ESP32.

(Bild: Pocketsprite)

Arduino tut auch

Nur Spielen wäre für ein Hacker-Gadget zu wenig. Oberhalb des Bildschirms stehen zehn Pins für Hardware-Basteleien bereit, darunter GPIOs und I²C. Programmiert wird mit der Arduino-Entwicklungsumgebung. Zu der bereits vorhandenen Unterstützung für den ESP32 steuert Hardkernel eigene Libraries bei, die den Umgang mit dem Odroid erleichtern. Die Programmierbeispiele reichen vom einfachen Abfragen der Tasten bis hin zu komplexeren Anwendungen wie einem Flappy-Bird-Klon.

Auf der Grundplatine ist ein ESP32-WROVER-Modul verbaut. Neben der Dual-Core-CPU, die zwischen 80 MHz und 240 MHz getaktet wird, stehen dort 16 MB Flash-Speicher und 4 MB PSRAM zur Verfügung. Der Akku soll mit einer Ladung für zehn Stunden Spielspaß ausreichen.

Die Platine des Odroid Go

(Bild: Hardkernel)

Angeboten wird der Odroid-Go als Bausatz für 32 US-Dollar (hinzu kommen 16 Dollar für den Versand und 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer). Im Lieferumfang sind neben der Grundplatine alle benötigten Teile wie das Gehäuse, der Bildschirm, ein Lautsprecher und der Akku enthalten – es fehlt nur die SD-Karte mit den Spiele-ROMs. (Peter Eisner) / (hch)