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Odroid-N1: Bis zu zwei Festplatten an einem Mini-Rechner

Neues von Odroid-Hersteller Hardkernel: Der angekündigte Bastelrechner Odroid-N1 kommt mit viel Speicher, gleich zwei Serial-ATA-Anschlüssen und USB 3.0.

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Ein quadratischer Einplatinenrechner mit aufmontiertem Kühler

(Bild: Hardkernel)

Mit dem Odroid-N1 erweitert Hardkernel sein Angebot um einen leistungsstarken Single-Board-Computer (SBC). Verglichen mit anderen Odroids oder dem Raspberry Pi verspricht das neue Modell eine schnellere Anbindung von Massenspeichern und Netzwerk so wie mehr RAM und CPU-Leistung. Die Abmessungen fallen dagegen etwas größer aus als sonst (ca. 90 mm Kantenlänge).

Die Wahl für das System-on-a-Chip (SoC) fiel auf einen Rockchip RK3399. Dessen Hexacore-CPU vereint vier Cortex-A53-Kerne mit zwei etwa doppelt so schnellen Cortex-A72-Kernen (Big-Little-Technik). Damit rechnet der Odroid-N1 schneller als der Odroid C2, jedoch oft kaum schneller als der etwas betagte Achtkerner Odroid XU4. Im direkten Vergleich profitieren Single-Core-Anwendungen von dem effizienteren Cortex-A72. Die 4 GB DDR3-RAM werden im Dual-Channel-Mode betrieben (Busbreite insgesamt 64 Bit).

Die Stärken des Neuen sollen insbesondere in der Input-/Output-Leistung liegen. Die beiden Serial-ATA-Ports sind über die PCIe-Schnittstelle des RK3399 angebunden. Mit einer schnellen SSD konnte Hardkernel Übertragungsraten bis zu 380 MB/s messen. Da das nicht ganz den Erwartungen entsprach (ca. 450 MB/s), versucht der Hersteller das Design bis zur finalen Version noch zu verbessern. Für herkömmliche Festplatten ist die Geschwindigkeit bereits jetzt mehr als ausreichend. Die Stromversorgung der Platten erfolgt über eine vierpolige Buchse für Molexstecker und entsprechende Adapter.

Die alternative Variante kommt mit passiver Kühlung.

(Bild: Hardkernel)

Neben der üblichen 40-poligen GPIO-Pinleiste bietet der Odroid-N1 zweimal USB-3.0, zweimal USB-2.0 und Gigabit-Ethernet. WLAN ist nicht mit an Bord. Über den HDMI-2.0-Anschluss können 4K-Bildschirme angeschlossen werden. Laut Spezifikation des RK3399 funktioniert das Decoding von H.264/H.265 und VP9 in 4K-Auflösung mit 60 Hertz. Um die 3D-Berechnung kümmert sich eine Mali-T860MP4-GPU.

In Sachen Lärmentwicklung hat man die Wahl: Der Odroid-N1 soll wahlweise mit einem kompakten aktiven Kühler oder mit einem etwas höheren passiven Kühler zu haben sein. Die leise passive Kühlung erkauft man sich mit einem leichten Performance-Verlust, da die CPU unter Last früher heruntertaktet. Bei mehrkernigen SBCs ist das jedoch der Normalzustand und beim Einsatz als Mediencenter im Wohnzimmer die bessere Alternative.

Zwei Festplatten an einem Mini-Rechner. Wenn der Odroid-N1 fertig ist, sollen auch 3,5"-Platten kein Problem sein.

(Bild: Hardkernel)

Dass Hardkernel erstmals einen Rechner mit Rockchip SoC konzipiert, hängt auch mit der Nachfrage von Usern nach besserer Linux-Unterstützung zusammen. Der Chip-Hersteller kümmert sich – im Gegensatz zu Allwinner – selbst um die Integration quelloffener Treiber in den Kernel. Teile wie die von ARM stammende GPU bleiben dennoch auf Blobs angewiesen. Hardkernel sieht für das Board die Kernel-Version 4.4 vor (mit Langzeitunterstützung bis 2022), hat aber auch die aktuellere Version 4.14 erfolgreich getestet. Als Betriebssystem soll das im April erscheinende Ubuntu 18.04 zum Einsatz kommen. Bis dahin experimentiert man intern noch mit Debian 9.

Sofern die jetzt angekündigte Test-Phase des Boards (Hardkernel nennt es "Debug Party") erfolgreich verläuft, soll der Odroid-N1 ab Mai oder Juni in Produktion gehen. Den Preis schätzt man auf 110 US-Dollar, was sich je nach Entwicklung der RAM-Preise jedoch noch ändern kann. Bei entsprechender Nachfrage soll es zusätzlich eine günstigere Variante mit 2 GB RAM und ohne SATA geben.Das Rockchip-SoC RK3399 ist auch in SBCs anderer Hersteller zu haben, wie etwa dem Orange Pi RK3399. (Peter Eisner) / (hch)