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Open-Hardware-Buchscanner gegen Büchernotstand in Äthiopien

Der Verein mäqädat ist angetreten, mit einem Staubsauger die Welt zu verändern – der bildete den Kern der ersten Version eines Buchscanners, der den Büchermangel an äthiopischen Universitäten lindern soll.

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(Bild: mäqädat)

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An der äthiopischen Universität Mek’elē – immerhin der zweitgrößten des Landes – sind Fachbücher Mangelware: Die westlichen Verlage verlangen einfach zu viel Geld dafür und die wenigen Exemplare, die im Etat der Uni-Bibliothek drin sind, gehen durch so viele Hände, dass sie nicht lange halten. Also behilft man sich mühsam mit Fotokopien. Das Projekt mäqädat – das seinen Anfang auf der ersten Maker Faire in Hannover im Jahr 2013 nahm – will das ändern und entwickelt ehrenamtlich und in der Freizeit ein professionelles Design für einen automatischen Buchscanner als Open Hardware.

Maker Faire

Das Technik- und Kreativfestival für die ganze Familie. Hier kommen alle auf ihre Kosten, die gerne basteln, bauen, erfinden, experimentieren, tüfteln, handwerken und recyclen. Eine Maker Faire inspiriert zum kreativen und spielerischen Umgang mit Materialien und Technik und lädt zum Gespräch mit Gleichgesinnten ein. Vor allem dürfen die Besucherinnen und Besucher auch selbst mit anfassen und Sachen ausprobieren: bei zahlreichen Mitmach-Aktionen wie Experimenten, Workshops oder Kunstprojekten.

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Inspiriert vom Buchscanner-Design des Google-Ingenieurs Dany Qumsiyeh entwickelt mäqädat eine eigene Konstruktion, die eine Reihe von Anforderungen unter einen Hut bringen muss: günstiger Preis, Verfügbarkeit der Komponenten und leichte, zuverlässige und wiederholbar genaue Montage. Denn das Ziel ist nicht nur, einen Buchscanner für die Universität in Mek’elē zu bauen, sondern auch Pläne auszuarbeiten, nach denen Studierende in Äthiopien und anderswo weitere Geräte bauen können, um die grassierende Büchernot zu lindern.

Mittlerweile gibt es einen dritten Prototyp des automatischen Buchscanners – der ohne Staubsauger arbeitet: Für den Luftstrom, der zum automatischen Umblättern der Buchseiten gebraucht wird, sorgt inzwischen eine Luftmatratzenpumpe, die durch eine 3D-gedruckte Düse über eine Rasierschaumdose strömt. Der Scanner ist verglichen mit seinem Vorgänger einen halben Meter kürzer, sein Gehäuse besteht aus Acrylglas, er ist im Video oben zu sehen – und am kommenden Wochenende (3. und 4. Oktober) auch auf der Maker Faire Berlin. Wer das Team von mäqädat am Stand 67 im Obergeschoss des Postbahnhofs besucht, kann mehr über die sozialen Hintergründe des Projektes und Beteiligungen am Projekt erfahren und den Scanner in Aktion erleben.

(pek)