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Open-Source-Plattform PyCubed bringt Python-Projekte ins All

Für die Minisatelliten CubeSat gibt es mit PyCubed jetzt eine Plattform für Python-Projekte, die günstig und gegenüber Strahlung tolerant ist.

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(Bild: PyCubed)

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Mit den kleinen Cubesats gibt seit einigen Jahren für Firmen, Bildungseinrichtungen und selbst privaten Initiativen eine günstige Möglichkeit, im All zu forschen. Noch ein Stück einfacher werden soll es mit den PyCubed-Boards, die in CircuitPython programmiert werden. Sie wurden vor kurzem auf der Smart Satellite Conference vorgestellt; ein Board hat den Praxistest im Weltall auch schon bestanden.

Mit einer Größe von 9 cm × 9,6 cm passt das Board perfekt in die Mini-Satelliten, die auf einem Format von 10 cm × 10 cm × 10 cm basieren. Verbaut sind neben einem Mikroprozessor bereits eine Messeinheit mit Beschleunigungssensor, Magnetometer und Gyroskop, ein Funkmodul, Flashspeicher sowie ein SD-Kartenslot. Über die Pins kann weitere Hardware angeschlossen werden. In einen CubeSat passen dabei gleich mehrere der stapelbaren Boards. Für den Einsatz sind außerdem noch mindestens eine Batterie, ein Gehäuse und Solarzellen nötig.

Obwohl die Ausfallquote der Cubesats in den letzten Jahren beständig zurückgegangen ist, kann nur ein Bruchteil der Satelliten ihre Mission komplett erfüllen. Selbst teilweise erfolgreich ist weniger als die Hälfte aller Projekte. Eine Herausforderung ist die Strahlung im Weltall. Im Rahmen der KickSat-Mission hat ein PyCubed-Board diese bereits gemeistert. Dabei wurden über 100 sogenannte Sprites ins All geschickt, die mit Abmessungen von 2,5 cm × 3,5 cm noch einmal deutlicher kleiner sind– das Board diente als Bindeglied zwischen den Femtosatelliten und der ISS.

Die Programmierung erfolgt in CircuitPython, dem MicroPython-Fork von Hardwarehersteller Adafruit. Bei PyCubed gibt es dafür einige Beispielprogramme auf der Webseite. Offen verfügbar ist auch das Hardware-Design. Wer das Board ausprobieren möchte, kann die Platine ab rund 100 US-Dollar bei OSH Park und JCLPCB beziehen. Für fertige Boards gibt es derzeit eine Mailingliste von PyCubed. (hch)