Open-Source-Modul: Klangsynthese mit ESP32

Eine Arbeitsgruppe der FH Kiel entwickelt modulare Synthesizer-Module mit überraschendem Innenleben: Die Klangverarbeitung erledigt ein ESP32-Chip.

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Die Creative Technologies Arbeitsgruppe der FH Kiel oder kurz CTAG betreibt ein eigenes Klanglabor und tüftelt mit großem Erfolg an eigenen Ideen zu den Themen Klangsynthese und audiovisuellen Effekten, beschäftigt sich daneben aber auch mit fortgeschrittenen Maker-Themen, etwa einem Lötpasten-Dispenser für DIY-Bestückungsmaschinen. Eine jüngere Entwicklung ist das "Strämpler"-Modul, ein Zwitter aus Sampler und Sound-Player (Streamer), das in gängige Eurorack-Modularsysteme integriert werden kann. Gesteuert wird es über das bei modularen Synthesizern übliche CV-Interface (Kontrollspannung für die Tonhöhe oder Filterfrequenz, Gate-Signal zum Auslösen des Klangs).

Die abzuspielenden Klänge können bis zu 2 GByte groß sein; die Anwendung ist deshalb nicht auf kurze Sampling-Schnipsel beschränkt, sie erlaubt auch flächige Sounds bis hin zu einer kompletten Rhythmus-Begleitung. Am kleinen Bildschirm können die Samples nachträglich mit Filtern und Hüllkurve belegt werden. Interessierte finden die Pläne und Sourcen auf Github.

Ein ganz neues Elaborat der Gruppe ist nicht minder interessant: Das Modul TBD stellt die Basis für ganz eigene postmaterielle Klangbasteleien, was der Terminus TBD wie "to be determined" unterstreicht. Es nutzt – man staune – den preiswerten ESP32-Prozessor als Sound-Engine, dem man entsprechende Libraries für Soundsynthese und Audio-Effekte verpasst hat. Angesichts der IIS-Audio-Schnittstelle des ESP32 ist der Gedanke, den eigentlich für WLAN- und IoT-Aufgaben prädestinierten Hochleistungs-Chip auch zur Klangsynthese einzusetzen, gar nicht so abwegig. Auch dieses Projekt liegt auf Github offen. (cm)