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Pellets statt Filament: dieser 3D-Drucker macht Recycling einfacher

Günstig und umweltfreundlich soll der neue Gigabot X sein. Der extragroße 3D-Drucker nutzt Pellets statt Filament und soll auch recycleten Kunststoff einfach drucken können.

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Vor einem großen 3D-Drucker steht ein Mensch, mit dem Rücken zur Kamera.

(Bild: re:3d)

Bisher war die 3D-Drucker Firma re:3d vor allem für ihre großen Geräte, die Gigabots, bekannt. Nun will sie auch für Recycling stehen. Statt Filament nutzt ihr neuer Gigabot X Kunststoffpellets als Ausgangsmaterial für Drucke, was den Einsatz von recycleten Materialien einfacher machen soll. Außerdem sind Pellets meist günstiger als Filamentrollen.

Während normale 3D-Drucker das Filament von einer Rolle ziehen, werden beim Gigabot X Kunststoffpellets in einen Trichter gefüllt. Der weitere Prozess aus Erhitzen des Filaments und Pressen durch eine Düse ist ähnlich – im Schmelzkopf steckt aber noch eine Schraube, die die Pellets durch den Extruder drückt. Am Ende soll der Gigabot damit bis zu 17 mal schneller als FDM-Drucker arbeiten und deutlich günstiger als die aktuell erhältlichen Pelletdrucker werden.

Gigabot X: 3D-Drucker mit Pellets statt Filament (3 Bilder)

Dieser Extruder sieht ungewohnt aus: Das schwarze Gefäß ist der Schmelzkopf für Pellets. (Bild: re:3d)

Bisher gibt es den Gigabot X allerdings nur als Prototyp. Die weitere Entwicklung soll mit einem Crowdfunding unterstützt werden. Dabei gibt es nur eine Handvoll an Beta-Geräten zu bestellen, alle weiteren Perks sind Caps und Aufnäher. Als Open-Source-Projekt ist die bisherige Arbeit auf Github dokumentiert.

Ab 1850 US-Dollar (1470 Euro, inkl. Versand) kann ein Pellet-Extruder-Kit für einen beliebigen 3D-Drucker geordert werden. Für das Umbau-Kit vom Gigabot 3+ auf den Gigabot X werden schon mindestens 2950 Dollar (2400 Euro) fällig. Die letzten beiden erhältlichen Gigabots X in der Betaversion kosten schon 10.000 US-Dollar (8150 Euro). Im Oktober sollen die Umbau-Kits verschickt werden, bevor im November die geplante Auslieferung der Gigabots X erfolgt. Die Kampagne läuft noch bis zum 23. April. Bisher sind knapp 24.000 Euro des Finanzierungsziels von 40.000 Euro erreicht.

Außer dem Drucker arbeitet re:3d auch an einem günstigen Recyclingsystem, in dem Plastik getrocknet, zerkleinert und dem Gigabot X zugeführt wird. Später soll es verschiedene Voreinstellungen der Software geben, die den Einsatz unterschiedlicher Pellets mit einem Klick möglich machen.

Bei der Aufbereitung von Kunststoff ist zu beachten, dass das Ausgangsmaterial möglichst sortenrein zusammengegeben wird. ABS und PLA sollten etwa nicht gemischt werden, da am Ende kein verwertbares Material entstünde. Tatsächlich entstehen in den meisten Filamentrecyclern zunächst Pellets, bevor sie zu Filament weiterverarbeitet werden. Weil die Polymerketten mit jedem Recyclingvorgang kürzer werden, wird außerdem meist neues Kunststoff beigemischt. Eine der ersten Recyclingmaschinen, der Filabot, wurde 2012 finanziert, ebenfalls über ein Crowdfunding. (hch)