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Raspberry Pi als Amiga-Floppy-Emulator

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Die kleine Platine regelt im Wesentlichen die 5 V Spannung des Amigas auf für den RasPi verträgliche 3,3 V runter. Am Amiga selbst ist keine Hardware-Modifikation notwendig.

Gegen defekte Amiga-Diskettenlaufwerke und turmhohe Diskettenstapel hat der Tüftler Maurizo Ramondo ein preiswertes Heilmittel entwickelt. Mit Hilfe des Raspberry Pi und einer kleinen Zusatzplatine emuliert er das interne Diskettenlaufwerk des Amiga 500. Dafür sind keine Änderungen an der Hardware notwendig. Die mit der Zeit anfällig gewordenen 3,5-Zoll-Disketten lassen sich bequem durch eine SD-Karte am RasPi ersetzen. Außerdem lassen sich damit liebgewonnene Spiele bequem als ADF-Datei (Dateiformat für Amiga-Emulatoren) sichern und trotzdem wieder am originalen Amiga spielen.

Insgesamt stellt die Emulation zwei virtuelle Laufwerke zur Verfügung. Über zwei Schalter lassen sich Disketten wechseln und vom RasPi geladene und modifizierte Daten auf SD-Karte zurückspeichern, etwa für das Erstellen von Speicherständen.

In der nächsten c’t-Ausgabe 26/2013 befindet sich auf der Heft-DVD die Amiga Forever 2013 Value Edition mit 40 Spielen und rund 30 Demos. Ramondos pfiffige Schaltung bietet Fans die Möglichkeit, die Spiele direkt am Amiga zu spielen, anstatt einen Emulator am modernen Rechner zu nutzen.

XCopy war seinerzeit die Standard-Software auf dem Amiga, um Disketten zu kopieren.

Schaltplan des Amiga-RPI-Drive.

Für seinen Floppy-Emulator verbindet eine Platine – bestehend aus einem 74LS06 und wenigen passiven Bauteilen – den Raspberry Pi direkt mit der internen Floppy-Schnittstelle. Der RasPi selbst wird direkt über die Floppy mit Strom versorgt. Zwar liefert der Amiga mit 550 mA eigentlich zu wenig Stromstärke für den Betrieb des Raspberry Pi (Modell B), jedoch traten bei der Emulation aufgrund der geringen Auslastung laut Ramondo keine Probleme auf.

Der gesamte Kernelcode für den RasPi-Floppy-Emulator steckt in einer Image-Datei von lediglich 240 KByte Größe. Die Hardware bootet in sieben Sekunden. Maurizo greift ohne Umwege eines Linux-Betriebssystems auf den ARM-Prozessor des RasPi zu, um die Zeitintervalle für die Kommunikation mit der Floppy-Schnittstelle des Amigas einzuhalten. (ogo)