Menü

Raspberry-Update bringt Turbo-Mode

Lesezeit: 2 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 84 Beiträge
Von

Mit dem offiziellen Update lässt sich der Mini-Computer Raspberry Pi auf bis zu 1 GHz beschleunigen. Bisher war Übertakten etwas für findige Bastler und Experten, die das Maximum an Leistung aus dem kleinen Computer herausholen wollten. Ein Erhöhen der Spannung (und der Taktrate) führte bislang zudem auch zu einem Garantieverlust.

Im BCM2835-Chip gibt es ein sogenanntes Sticky Bit, das bei Erhöhung der Spannung gesetzt wird und danach nie mehr zurückgesetzt werden kann. Überspannungen konnten so nachvollzogen werden und die Garantie verfiel. Die Raspberry Foundation hat nach eigenen Angaben nun sehr genau untersucht, welchen Einfluss eine erhöhte Taktrate und Spannung auf den Mini-Computer hat. Ziel sei es, mehr Leistung des ARMv6 bereitzustellen, ohne die Lebensdauer des Geräts maßgeblich zu verringern. Mit der neuen Version des Raspberry Pi Konfigurationstools "raspi-config" wird dies ermöglicht. Das Update wird mit sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade installiert.

Mit dem Update lässt sich der Raspberry auf 1 GHz takten - ohne Garantieverlust.

Die neue Overclock-Funktion des Raspberry Pi ermöglicht ein automatisches Erhöhen der Taktrate ohne Garantieverlust. In 4 Schritten lassen sich die maximale Spannung und der maximale Takt anpassen. Mit dem höchsten, dem so genannten Turbo Mode, taktet der Raspberry den ARM11-Chip auf 1000 MHz bei einer Verdopplung der Core-Frequenz von 250 MHz auf 500 MHz. Die Spannung wird ebenfalls automatisch erhöht.

Die Übertaktung ist bedarfsgeregelt: Der Raspberry taktet herunter, sobald die Leistung nicht mehr benötigt wird. Zur Sicherheit wird bei einer Temperatur von 89 Grad die Taktrate ebenfalls reduziert. Die automatische Übertaktung ist in 4 Varianten unterteilt. Die kleinste "Modest" mit einem Plus von 100 MHz benötigt keine zusätzliche Spannung. Für "Medium" 900 Mhz, "High" 950 MHz und Turbo 1000 MHz wird die Spannung automatisch leicht erhöht.

Der maximale stabile Takt soll von Raspberry zu Raspberry unterschiedlich sein, maßgeblich ist auch die verwendete Stromversorgung. In einem ersten Test lief der Raspberry Pi Model B im Turbo-Modus mit 1 GHz mehrere Stunden problemlos unter Vollast. Die zusätzliche Leistung macht sich vor allem bei Berechnungen und im Desktop-Betrieb bemerkbar. Der Aufbau von Webseiten ist spürbar flüssiger, kleine Verzögerungen sind seltener. Programme starten schneller. Nach Angaben der Raspberry Foundation läuft nbench bei 1 GHz 52 Prozent schneller bei Integer-Berechnungen und 64 Prozent schneller bei Gleitkommaberechnungen. Insgesamt machte der Overclock-Mode in unserem Kurztest einen ausgereiften Eindruck und nahm keinen Einfluss auf die Stabilität des Raspberry Pi.

Das Update fügt zudem zwei neue Panel Applets für die Taskleiste der grafischen Umgebung hinzu, mit dem die Temperatur und die aktuelle Taktrate des ARM11-Chips beobachtet werden kann. Eine grafische WLAN-Konfiguration ermöglicht es darüber hinaus, WLAN-Adapter nun direkt und ohne zusätzliche Software zu konfigurieren und zu verwalten. Dies ist vor allem für die eventuell noch erscheinende Modellversion A des Raspberry Pi interessant. Aus Kostengründen verfügt dieser nur über einen USB- und keinen LAN-Anschluss. (Philipp Bohk) / (dab)