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Retrotechnik: BeagleBone macht alten Polizeirechner fit

Manchmal sieht ausgerechnet alte Hardware nach Science-Fiction aus: In diesem Polizeiterminal aus den 80er Jahren steckt nun ein Linuxrechner. Doom läuft auch schon drauf.

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Ein alter Rechner mit eingebautem Display

(Bild: Trammel Hudson)

Die alten Motorola-Terminals für Polizeiautos sind nicht nur optisch gut gealtert, sie laufen auch heute noch. Das merkten gerade Mitglieder des New Yorker Hackerspaces NYC Resistor, als sie einige Geräte auf eBay fanden. Trammell Hudson hat einem von ihnen ein neues Innenleben verpasst und auf seinem Blog dokumentiert.

Upgrade für einen Windowsrechner

In den Polizeirechnern mit Funkmodul steckt ursprünglich Intels 386er. Dazu kommen 4 MByte RAM und NVRAM als dauerhafter Speicher. Die Windows-3.1-Installation läuft allerdings nur im Kioskmodus und erlaubt nur den Zugriff auf das Funkmodul. Stattdessen nutzt Hudson den Einplatinenrechner BeagleBone Black mit einem Prototyping Cape, einer Aufsteckplatine speziell für die BeagleBone-Bastelrechner.

Mit ein wenig Reverse Engineering entschlüsselte Hudson die Anschlüsse an den eingebauten Monitor und das Keyboard. Das Mono-Display mit einer Auflösung von 640 × 480 Pixeln wird über den LVDS-Ausgang des BeagleBone angesteuert. Ein zwischengeschalteter Teensy-Mikrocontroller macht die Tastatur zum USB-Eingabegerät. Die Software ist auf Github verfügbar. Das Funkmodul hat Hudson sich bisher noch nicht weiter angeschaut und nicht angeschlossen.

Letzter Schliff für den Retrolook

Auf dem Rechner läuft nun das Pygame-Interface Pypboy, das die Oberfläche an den tragbaren Rechner Pip-Boy 3000 aus der Spieleserie Fallout anpasst. Auch Ballerklassiker Doom lässt sich auf dem alten Polizeiterminal zocken. Auf der Suche ist Hudson noch nach Programmen, die optisch an die "Omni Consumer Products" aus dem 1987 erschienen Film Robocop erinnern.

[Update, 11:15 Uhr: "Radio" durch "Funkmodul" ersetzt.] (hch)