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Rock Pi S: Alexa im Eigenbau?

Radxas neuer Bastelrechner setzt auf Spezialisierung. Der günstige Raspi-Konkurrent hat Potenzial als DIY-Smart-Speaker.

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(Bild: Radxa)

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Nachwuchs bei den Rock-Pi-Boards von Radxa: Der Neue hört auf den Namen Rock Pi S. Der Bastel-Rechner ist vor allem klein und soll ab 10 Euro zu haben sein. Wie bei einem Rock Pi zu erwarten, baut der Hersteller ein System-on-a-Chip (SoC) von Rockchip ein. Der Chip heißt RK3308 und ist eigentlich für Smart Speaker wie Amazons Alexa-Gehäuse Echo und ähnliche Anwendungen zugeschnitten. Als CPU kommen vier Cortex-A35-Kerne zum Einsatz. Deren Performance dürfte etwas unterhalb eines Raspberry Pi 3 liegen. Beim RAM ist schon bei maximal 512 MB Schluss und herkömmliche Video-Decoder und Ausgänge fehlen völlig.

Sehr stark sind dagegen die Audio-Qualitäten: Neben einem Stereo-Line-Ausgang gibt es auch SPDIF und eine I2S-Audioschnittstelle, die acht Kanäle unterstützt. Hinzu kommt die Möglichkeit, bis zu acht Mikrofone direkt anzuschließen. Eine Voice Activity Detection (VAD) getaufte Funktion soll menschliche Stimmen erkennen und schnelle Reaktionen ermöglichen oder gegebenenfalls das SoC aus dem Ruhezustand holen.

Kaum größer als seine eigene Netzwerk-Buchse: Der Rock Pi S. Für Bluetooth oder WLAN braucht man eine externe Antenne, die oben rechts angeschlossen wird.

(Bild: Radxa)


Ansonsten bietet der kleine Rock Pi S einen Fast-Ethernet-Anschluss (100MBit/s) und eine USB-A-Buchse (USB 2.0). USB in der Version 3.0 gibt es nur über die USB-C-Buchse, die zugleich für die Stromversorgung zuständig ist (5V). An den Rändern der Platine finden zwei Pinleisten Platz, die neben den zahlreichen Mikrofonports auch serielle Schnittstellen, SPI oder I2C bereitstellen.

Die angebotenen Modellvarianten sind zahlreich: Nicht nur hat man die Wahl zwischen 256 MB und 512 MB RAM. Auch WLAN (2,4 GHz) und Bluetooth (4.0) sind optional. Ferner gibt es Varianten mit SPI-Flash (zwischen 128 MB und 1 GB) oder Power-over-Ethernet, was jedoch eine zusätzliche Platine erfordert. In der Maximalausstattung dürfte der Preis über 20 Euro liegen.

Als Betriebssystem bietet Radxa derzeit Debian 9 mit einem Linux-Kernel von Rockchip in der Version 4.4 an. Der RK3308 ist derzeit nicht als Open-Source-Rockchip deklariert, wodurch die langfristige Unterstützung im Mainline-Linux-Kernel herstellerseitig garantiert wäre. In Deutschland sind die Boards voraussichtlich ab dem 12. August bei Importeur Allnet erhältlich. Als Bezugsquelle für Endkunden gibt Radxa maker-store.de an, dort ist der Rock Pi S allerdings noch nicht gelistet.

Mit dem Erscheinen des Raspberry Pi 4 ist der Markt für Mitbewerber schwieriger geworden. Doch im Billig-Segment lohnt es sich noch, über Alternativen zur Himbeere nachzudenken. Der Rock Pi S positioniert sich hier gegen die weit leistungsärmeren, einkernigen Varianten des Raspberry Pi Zero.

Orange Pi Zero LTS: Die leicht überarbeitete Version soll laut Hersteller etwas sparsamer sein und kühler bleiben als vorher.

(Bild: Xunlong)


Damit steht er nicht allein: sein Design erinnert stark an den Nanopi Neo von FriendlyElec (ab 21,10 €) oder den Orange Pi Zero (ab 24,99 €) von Xunlong. Von Beiden gibt es mittlerweile sogenannte Long-Term-Support-Versionen (LTS), die über mehrere Jahre unverändert verfügbar sein sollen. (Peter Eisner) / (hch)