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SkinMarks: Elektronische Tattoos zur Smartphone-Steuerung

Gestensteuerung mal anders: An der Universität des Saarlandes arbeiten die Forscher an Interfaces, die einfach auf der Haut angebracht werden können.

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(Bild: HCI)

Wie wäre es, mit einem Tipp auf die Fingerknöchel die Lautstärke anzupassen oder bei einer Berührung eines Muttermals die eigene Mutter anzurufen? Ein Forscherteam der Universität des Saarlandes rund um den Doktoranten Martin Weigel experimentiert derzeit mit temporären elektronischen Tattoos, die jede Körperstelle zu einer Eingabefläche machen können. Unterstützt wird das Projekt unter anderem von Google.

Leitfähige Tinte wird dafür genutzt, Leitungen und Elektroden auf ein spezielles Trägerpapier zu bringen, die dann mittels Wasser auf die Haut übertragen werden – ähnlich der Tattoomotive, die oft in Kaugummiverpackungen zu finden sind. Die Haltbarkeit ist begrenzt, nach einigen Tagen lösen sich diese wieder von der Haut. Teammitglied Jürgen Steimle ließ den Kollegen von Newscientist wissen, dass sie von der Flexibilität der Haut Gebrauch machen. Die Tattoos könnten demnach auf Änderungen in der Hautoberfläche reagieren und so mehrere Funktionen an einer Stelle ermöglichen.

Mittels Elektroluminiszenz erleuchtete Motive könnten sich an Smartphone-Apps koppeln lassen und auf Anrufe oder Nachrichten hinweisen. Derzeit ist die Verwendung der Tattoos noch sehr aufwändig.

Für die Studie wurden die Hautaufkleber mit Kupferklebeband mit einen am Handgelenk angebrachten Arduino verbunden, dies ist je nach Körperstelle aber nicht praktikabel. Zudem wird aktuell noch ein Computer benötigt, mittelfristig soll diesen Job ein Android-Smartphone übernehmen. Das klare Ziel der Forscher ist, alle Elemente deutlich kleiner zu gestalten, um einen flexibleren Einsatz zu gewährleisten.

Einige Einsatzbeispiele zeigt dieses Video:

Das Projekt soll im Mai bei der Computer Human Interaction Conference in Denver, Colorado vorgestellt werden. (kgr)