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So mauert ein Roboter: Stein auf Stein wie am Fließband

Er braucht weder Pause noch Bierchen zwischendurch und legt bis zu 1000 Ziegel pro Stunde exakt nach Plan: Der Roboter-Maurer der Zukunft soll in zwei Tagen ein ganzes Haus hochziehen.

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Fastbrick Robotics

Das sieht schon nach echten Steinen, einer echten Baumaschine und echtem australischen Himmel aus. Das Demonstrator-Video der Firma Fastbrick Robotics ist allerdings noch eine Computeranimation.

(Bild: fastbrickrobotics.net)

Die australische Firma Fastbrick Robotics arbeitet an einem ausladenden Bau-Roboter, der Ziegelsteine im Akkord aufeinander setzt und innerhalb von zwei Tagen den Rohbau eines kompletten Hauses bewältigen soll. Wie eine jetzt veröffentlichte Video-Animation zeigt, wird das palettenweise zugeführte Material zunächst Stein für Stein über eine Förderstrecke entlang eines fast 30 Meter ausgestreckten Kranauslegers in die Nähe ihrer geplanten Position im Gebäude gefahren. Dann spritzt eine Düse gezielt Mörtel auf eine Seite des Steins, bevor ein Industrie-Roboterarm am Ende des Kranauslegers den Ziegel an seine endgültige Position setzt.

Die Maschine – die nach der berühmten Grenzbefestigung des Altertums Hadrian heißt – soll dabei direkt nach dem CAD-Entwurf des Architekten für das Gebäude arbeiten. Dank Lasermessgeräten, die an den Ecken des Bauplatzes positioniert werden, sowie eingebauten Stabilisatoren im Arm verspricht der Hersteller eine Genauigkeit von einem halben Millimeter, eine im Hochbau normalerweise nicht zwingend notwendige Präzision.

Der mauernde Roboter ist allerdings nur ein Ansatz, die Architektur der Zukunft von Maschinen vollautomatisch hochziehen zu lassen. Anders als in Amsterdam, wo Roboter ab 2017 aus Stahl Brücken über Kanäle spinnen sollen, bei den geplanten 3D-Mondbaufahrzeugen der ESA und anderen Architekturprojekten auf Basis von 3D-Druck wie einem Bürogebäude in Dubai hat Hadrian einen großen Vorteil: Er verbaut normale Ziegelsteine, mit deren statischen Eigenschaften man schon jahrtausendelange Erfahrungen hat. (Peter König) / (pek)