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So stellt man die neue Raspi-Kamera selbst scharf

Jetzt ist es bestätigt: Die Version 2 der Kamera für den Raspberry Pi hat ein Fokusproblem. Findige Tüftler haben aber eine einfache Lösung gefunden, wie man die Verklebung der Linse löst und die Kamera selbst scharfstellt.

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Nachdem der Raspberry-Pi-Gründer Eben Upton verkündet hat, die ausgelieferten Exemplare des neuen Kameramoduls für den Einplatinenrechner seien alle für sich gesehen in Ordnung, nur jeweils unterschiedlich fokussiert, hat der Raspberry-Pi-Forums-Nutzer caerandir kurzerhand eine simple und zerstörungsfreie Lösung gezeigt, mit der man den Fokus der Kamera an den eigenen Bedarf anpassen kann. Im Kern geht es dabei darum, die Linse aus ihrer festen Verklebung zu befreien. Dazu bediente sich caerandir einer Plastikkarte, bohrte ein etwa 5 Millimeter großes Loch hinein und versah es mit einem scharfen Messer mit kleinen Aussparungen für die Gnubbel an der Linse.

Wir haben das mit einem Kameramodell nachgestellt – es ist wirklich so einfach wie es klingt. Es ist keine große Präzision bei der Schablone nötig; eine fast viereckige Aussparung funktionierte bei unserem Modell. Man muss etwas beherzten Druck mit der modifizierten Plastikkarte auf der Linse ausüben und kann sie dann losdrehen – gegebenenfalls sollte man die Linse danach mit Glasreiniger säubern, falls ein Fingerabdruck die Sicht stört. Anschließend kann man sie vorsichtig mit einer kleinen Zange fokussieren.

Die Ergebnisse belohnen für den Mut: Die Kamera kann tatsächlich viele Details abbilden. Deutlich bessere Ergebnisse erhält man recht schnell; für das perfekte Feintuning ist jedoch Fingerspitzengefühl und Geduld nötig. Für verkleinerte Fotos etwa für eine Timelapse-Animation in Full-HD reicht jedoch bereits die grobe Neujustierung vollkommen aus.

So stellt man die Raspi-Cam v2 scharf (4 Bilder)

Linsenlöser selbst gemacht

Ein einfaches, improvisiertes Werkzeug aus einer alten EC-Karte oder ähnlichem genügt, um die Linse aus der Verklebung zu lösen, sodass man sie nachjustieren kann. (Bild: Dirk Knop)

Der Vorher-Nachher-Vergleich in der Bilderstrecke zeigt, dass selbst bei ungünstigeren Lichtverhältnissen die so fokussierte Kamera sehr schöne, detailreiche Bilder abliefert. Im konkreten Beispiel kann man an dem Schaukasten links erkennen, dass darin ein Zettel hängt. Der Wegweiser an der Laterne ist fast schon lesbar. Der linke Vorderreifen beim Auto hat eine Felge mit Löchern – alles das war vorher nicht sichtbar.

Wer also mit der Abbildungsqualität seiner neuen Raspberry-Kamera nicht zufrieden ist, kann sich sehr einfach und schnell selbst behelfen. Jetzt könnte noch der Weißabgleich in der Software verbessert werden, wo die Hardware nun ordentlich funktioniert. Der klappt aber offenbar nach der Modifikation bereits ebenfalls besser als zuvor. Uns macht die Kamera nach der kleinen Anpassung jedenfalls deutlich mehr Spaß.

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(Dirk Knop) / (pek)