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Software konstruiert 3D-Drucker aus Elektroschrott – automatisch und gratis

Aus ausgeschlachteten Tintenstrahldruckern hat sich schon so mancher mit viel Handarbeit und Liebe einen 3D-Drucker gebaut. Jetzt soll das viel einfacher gehen, dank der Software des Projekts "E-Waste 3D Printer".

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E-Waste 3D Printer Drucker

(Bild: E-Waste 3D Printer)

"Des einen Abfall ist des anderen 3D-Drucker", so lautete das Motto zur Projektseite namens E-Waste 3D Printer eines Entwicklers mit dem Pseudonym masterperson40 bei der Code-Verwaltungsplattform Github. [Update 3. September 2015: Das Projekt ist zur Maker-Plattform Wewolver umgezogen und heißt jetzt Retr3D.] Die dort veröffentlichte Software soll allen helfen, die bereit sind, aus einem Haufen Elektroschrott wie Schrittmotoren und Linearführungen aus 2D-Druckern eine eigene additive Fertigungsmaschine zu bauen. Der Trick: Das Python-Skript liest die Liste der aus Altgeräten ausgebauten Komponenten ein und konstruiert über Makros der Open-Source-Konstruktionssoftware FreeCAD ein 3D-Modell des neuen 3D-Druckers. Dadurch entstehen für die vorhandenen Motoren und Führungen passgenaue Verbindungsteile, die man dann wiederum auf einem bereits vorhandenen 3D-Drucker produzieren kann. Damit das effizient gelingt, ist zusätzlich eine Schnittstelle zur ebenfalls freien Software Plater vorhanden, die alle Teile möglichst platzsparend auf dem Tisch des benutzten 3D-Druckers anordnet.

Trotz des reichhaltigen Angebots an betriebsfertig zu kaufenden und zuverlässig arbeitenden 3D-Druckern reizt die Eigenkonstruktion einer solchen Maschine immer noch viele Bastler. Während Leute wie masterperson40 mit seinem E-Waste-3D-Printer-Projekt den Ehrgeiz haben, so wenig Teile wie möglich zu kaufen, streben andere nach neuen, aber möglichst günstigen Komponenten. Jeffrey Kerr etwa hat sich das Ziel gesetzt, die billigste Konstruktion zu entwickeln,die gut in 3D druckt. Den Fortschritt seines Designs namens Delta-T dokumentiert er im RepRap-Forum. Deren Besonderheit: Die Maschine kommt ohne die üblichen Gleitschienen aus, der Druckkopf wird lediglich an sechs straffen Angelschnüren geführt, die mit Gitarrenwirbeln auf die nötige Spannung gestimmt werden. Der Delta-T soll sich für weniger als 150 US-Dollar nachbauen lassen.

Nicht aus Elektroschrott, aber minimalistisch konstruiert: der 3D-Drucker Delta-T von Jeffrey Kerr.

Im Video druckt Jeffrey Kerr übrigens ein bewährtes 3D-Druck-Teststück: den Roboter Makey, der (idealerweise) in vielen Gelenken beweglich ist, obwohl er in einem Stück gedruckt wird. (Peter König) / (pek)