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Supercomputer für den Schreibtisch

Für 2500 US-Dollar hat sich der Entwickler Brian Guarraci einen kleinen Rechenturm gebaut. Sein Parallelcomputer schafft 208 Gigaflops und steckt in einem Gehäuse aus Baumarkt-Rohren.

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Wenn der Softwareentwickler Brian Guarraci nicht für Twitter arbeitet, baut er in seiner Freizeit kleine Supercomputer: Inspiriert von dem 70er-Jahre-Rechner Cray-1 steckt sein "Parallac" genannter Parallelcomputer ebenfalls in einem zylinderförmigen Gehäuse. Die Konstruktion kommt auf eine Rechenleistung von 208 GFLOPs und setzt dabei 120 Watt um.

Deckel auf: Tragendes Element im Eigenbau namens Parallac ist ein senkrecht stehender Netzwerk-Switch, an dem die Parallela-Boards hängen

(Bild: Brian Guarraci)

Im Gegensatz zur zimmerhohen Cray-1 passt der 40 cm große Eigenbau aus PVC-Rohren allerdings auf Guarracis Schreibtisch. Darin stecken acht Parallela-Boards, die an einem zentralen Netzwerk-Switch befestigt sind. Auf jedem 100 US-Dollar teuren Parallela-Board rechnet ein Multicore-Chip vom Typ Epiphany-III mit 16 Kernen. Zwei Mini-PCs (Intel NUC) mit Ubuntu dienen dem Cluster als Speicher- und Steuereinheit.

Besonders clever hat Guarraci die Stromversorgung umgesetzt: Eines der vier Befestigungslöcher des Parallela-Boards ist nicht mit Ground verbunden und kann über eine Lötbrücke an den 5V-Spannungseingang gelegt werden. Anstelle von Kabeln versorgen daher die zur Befestigung genutzten Kupferschienen die Boards mit Spannung. Inspiriert von einem anderen Supercomputer, dem CM-5, will Guarraci außen am Gehäuse noch Neopixel-LED-Streifen von Adafruit anbringen, die den Systemstatus anzeigen.

Einen klaren Nutzen hat Brian Guarraci für seinen Mini-Supercomputer noch nicht. Mit dem Cluster will er vor allem experimentieren und herausfinden, für welche Aufgaben und Tools er sich am besten eignet. Geplant sind Anwendungen im Bereich Maschinelles Lernen und Big Data. (phs)