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Technische Zukunftsvisionen: das European Media Art Festival 2016

Am vergangenen Wochenende fand in Osnabrück zum 29. Mal das European Media Art Festival (EMAF) statt. Dabei spielten virtuelle Realitäten und Computer zum Anziehen – sogenannte Wearables – wichtige Rollen.

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Technische Zukunftsvisionen: das European Media Art Festival 2016

Wie die Zukunft aussehen und welche Beziehung Mensch und Maschine darin eingehen könnten, damit beschäftigte sich das diesjährige European Media Art Festival (EMAF) in Osnabrück. Bildete im Vorjahr die Ironie einen Schwerpunkt, thematisierten die verschiedenen Videos, Installationen und Vorträge der diesjährigen 29. Ausgabe des Medienkunstfestivals unseren Umgang mit Technik sowie Big Data und gaben einen Ausblick auf das, was noch kommen könnte. Dabei hatte mit der Virtual Reality die Zukunft selbst schon Einzug auf dem Festival gehalten. In diversen Arbeiten konnten die Ausstellungsbesucher in 360-Grad-Welten eintauchen, die manchmal real aussahen und manchmal phantasievoll gestaltet waren.

European Media Art Festival 2016 (23 Bilder)

Jacobson's Fabulous Olfactometer

Das Objekt von Susanna Hertrich beschäftigt sich satirisch mit der Frage, ob es möglich ist, dem Menschen dabei zu helfen, geruchlose Umweltgifte und Chemikalien wahrzunehmen. Mit Hilfe der tragbaren Technik sollen die menschlichen Sinne unterstützt und in Zusammenarbeit mit der Maschine erweitert werden.
(Bild: Christina Röhm)

Auch im Filmprogramm und in der Ausstellung ging es um Zukunftsvisionen. Ein Ausstellungsobjekt beschäftigte sich etwa damit, ob es möglich ist, dass der Mensch in Verbindung mit tragbarer Technik einen weiteren Sinn erhält, um geruchlose Chemikalien wahrzunehmen. Eine andere Installation hinterfragte, wie viele menschliche Eigenschaften wir heute schon in Maschinen wiederfinden: Die Installation "What Do Machines Sing Of" von Martin Backes, im folgenden Video zu sehen, zeigt auf einem Bildschirm Texte von Liebesliedern, wie beim Karaoke. Ein schemenhafter Mund bewegt sich zu dem verzerrten Ton, den die Maschine nach einem Algorithmus erzeugt. Dieser genügt, um die Lieder zu erkennen.

(Quelle: Christina Röhm)

Anfassen, ausprobiert und mitmachen galt es für die Ausstellungsbesucher beim Media Campus, der dieses Jahr den Titel EMAF INIT trug und jungen Künstlern und Tüftlern eine Plattform bot, um ihre Projekte auszustellen. Eine Gitarrentasche mit den Reißverschlüssen bespielen, gemeinsam mit anderen Besuchern ein Computerspiel spielen oder per Virtual Reality einen Einblick in das Leben geflüchteter Menschen erhalten – all das war möglich. Studierende des Bachelor-Studiengangs Media und Interaction Design an der Hochschule Osnabrück zeigten außerdem Wearable Devices, die als Semesterarbeiten im Seminar von Professor Hannes Nehls entstanden sind. Diese kleinen Helfer animieren den Träger zu mehr Sport, besserer Pünktlichkeit oder warnen, bevor ein Sonnenbrand entsteht. Auch hier war unbedingt erwünscht, dass die Besucherinnen und Besucher die Exponate selbst ausprobieren.

Das Festival ist am Sonntagabend mit der Vorführung der Preisträgerfilme zu Ende gegangen. Ein Teil der Ausstellung ist aber noch bis zum 22. Mai in der Kunsthalle Osnabrück zu besichtigen. (Christina Röhm) / (pek)